Im Test… die Canon EOS M

EOS M Ben Im Test... die Canon EOS M

Danke an Ben Hammer für das Bereitstellen dieses Bildes.

Als Canon kürzlich in Hamburg zum “Hands-On” der EOS M einlud (ich habe berichtet), konnte ich mir ein Exemplar der neuen Lifestyle-Kamera sichern und dieses noch etwas genauer unter die Lupe nehmen. Und so möchte ich meine Gedanken zur  ersten “Mirrorless” aus dem Hause Canon nun mal zusammenfassen. Testcharts und Grafiken werdet ihr hier vergebens suchen, dafür gibt es genug Quellen. Vielmehr möchte ich meine Eindrücke und Erfahrungen mit euch teilen.

Das Konzept

Immer wieder fragte ich die Experten von Canon vor Ort, was denn die eigentliche Zielgruppe für diese Kamera sei und immer wieder bekam ich die selbe Aussage – Lifestyle. Gemeint sind, (natürlich plump mit meinen Worten gesagt,) stilbewusste Leute, die Wert auf gutaussehende und gestylte Produkte legen und sich nicht mit einer, mit Knöpfen und Funktionen überladenden Kamera beschäftigen wollen. Aus diesem Grund hat die EOS M z.B. ein Touchdisplay und nur die, von der IXUS Serie gewohnten, wenigen Knöpfe. Es gibt sie in verschiedenen Hochglanz-Farben und allerhand passendes Zubehör, welches gerade so in ist, wie z.B. eine Leder-Bereitschaftstasche im klassischen Leica Stil. Die Kamera wirkt auf jeden Fall sehr hochwertig und ist gut Verarbeitet, an dieser Stelle lässt Canon keine Zweifel das hier selbst auf das kleinste Detail geachtet wurde. Sie soll schick und stylisch aussehen und das ist gelungen.

EOS M ALL COLOURS CREATIVE 1 Im Test... die Canon EOS M

Funktionsumfang und Highlights

Im inneren der EOS M** steckt im Grunde eine vollwertige EOS 650D. Das ganze wurde verkleinert, aufgehübscht, der Spiegel wurde herausgenommen und fertig war die EOS M (klingt einfach, ist es aber nicht). Derzeit gibt es zwei Objektive, den Allrounder, das 18-55 F3.5-5.6** und das Pancake mit 22m F2.0**. Außerdem ein Adapter von EF-M auf EF/EF-S** mit welchem man die normalen Spiegelreflex-Ojektive auf die EOS M schnallen kann. Der Sensor ist exakt der selbe und hat bei aufgesetztem EF-M Adapter demnach auch einen Cropfaktor von x1,6. Man quält sich hier also nicht mit einem winzigen Micro Four/Thirds Sensor durch die Welt.

EOS M WHITE TOP w EF M 22mm STM 195x195 Im Test... die Canon EOS M  EOS M WHITE TOP w EF M 18 55mm IS STM 195x195 Im Test... die Canon EOS M  EOS M Adapter 195x195 Im Test... die Canon EOS M

Zum Lieferumfang gehört standardmäßig ein Speedlight 90EX**. (Protipp: dieser ist neben dem 580 EXII** im übrigen der einzige Blitz der ebenfalls als Master fungieren kann, z.B. auch auf einer 5D Mark III) Testen konnte ich außerdem den Speedlight 270EX II**  welcher sich im Gegensatz zum 90EX auch nach oben neigen lässt um indirektes Blitzen zu ermöglichen.

Die Bedienung via Touchscreen ist gewöhnungsbedürftig und bietet, wer hätte es gedacht, Vor- und Nachteile! Ein cooles Feature finde ich, das man den Fokuspunkt via Touch direkt im Live View verschieben kann, mit entsprechender Einstellung kann man so sogar via Touch auslösen. Schiebt man also den Fokuspunkt mit dem Finger über das Live View Bild, passt sich sogleich auch die Belichtungssimulation an und man sieht direkt, wie das fertige Bild aussehen wird. Allerdings kann man den Fokuspunkt und auch so manch andere Funktion leider auch nur ausschließlich via Touch verschieben, was hin und wieder ein Hindernis darstellt. Mit Handschuhen oder aufgesetzter Display-Lupe beim Videofilmen, steht man da also schnell vor einem Problem.

EOS M EVENT 1445 290x193 Im Test... die Canon EOS M     EOS M EVENT 1444 290x193 Im Test... die Canon EOS M

Auch nett ist das “flicken” durch die vorhandenen Bilder. Wie vom Smartphone gewohnt gelangt man hier mit einem Fingerwisch zum nächsten Bild, mit einem “Zwei-Finger-Pinch” kann man in Bilder hinein- oder herauszoomen usw. Das Ganze läuft allerdings nur nahezu flüssig wie ihr in obenstehendem Video sehen könnt.

EOS M WHITE FRT 290x217 Im Test... die Canon EOS M     EOS M WHITE BCK 290x217 Im Test... die Canon EOS M

Einen optischen Sucher, einen eingebauten Blitz sowie WiFi (WLAN) oder ein schwenkbares Display sucht man vergebens, dafür wurde der EOS M, neben dem Touchscreen, ein Fokuslicht spendiert, was mir sehr positiv auffiel und ich mir so in jeder Canon wünschen würde, auch z.B. bei der 5D Mark III.

Der AutoFokus

…bekommt einen eigenen Abschnitt, da die EOS M im Vorfeld wegen eben diesem so zerrissen wurde. Und ja, er ist langsam! Um so schlechter die Lichtverhältnisse um so langsamer wird er, daher wohl auch die tolle Fokusleuchte. Und ich will hier auch gar nichts beschönigen – es nervt! Ganz so dramatisch langsam, wie es oft dargestellt wird, ist er dann allerdings nicht. Und wenn er denn dann mal sitzt, dann sitzt er auch perfekt! Ich hatte ja z.B. auch schon eine x100, deren Autofokus noch wesentlich nerviger war, dennoch hat es die Kamera zum Kultstatus geschafft. Ob Canon hier noch mit einem Software-Update etwas nachbessern kann, das weiß ich nicht. Für wen dieser Umstand nun ein K.O. Kriterium ist oder ob man sich damit arrangieren kann, muss jeder selbst beurteilen. Bei meinen Streifzügen durch Hamburg ist mir das Problem zwar aufgefallen, hat mich beim Bilder machen aber nicht sonderlich eingeschränkt.

EOS M EVENT 1490 Im Test... die Canon EOS M

EOS M EVENT 0711 290x193 Im Test... die Canon EOS M     EOS M EVENT 1456 290x193 Im Test... die Canon EOS M

Alle Bilder in diesem Post (außer die Produktbilder) sind mit der EOS M entstanden. Mehr davon findet ihr außerdem in diesem Artikel über das EOS M Event in Hamburg.

Mein Resümee

Man merkt im Endeffekt doch, dass die EOS M nicht in erster Linie für den EOS Fotografen, welcher eine DSLR und einen großen Linsenpark zu Hause hat, gemacht wurde. Mit dem EF-M Adapter versucht man diese Zielgruppe zwar anzusprechen, aber durch die eher “verspielte” Bedienung und die wenigen Tasten, die diverse Funktionen eben nicht griffbereit halten, spricht diese Kamera leider nicht jeden von uns an.  Es geht hier ganz klar um ein Lifestyle-Produkt, welches eben weitaus mehr Features als eine Kompaktkamera bietet und vom Innenleben einer 650D eigentlich kaum Wünsche für den engagierten User offen lässt. Dies sieht man auch ganz klar am Preis, welcher, je nach Ausstattung, ab einem EVP von 849,- EUR (740,- Straßenpreis) beginnt.

EOS M EVENT 0737 Im Test... die Canon EOS M

Ich hatte sehr viel Spaß mit der EOS M und sehe ganz klar einen Markt für die Kamera. Aufgrund des Preises und den genannten Einschränkungen, kommt sie für mich allerdings nicht in Frage.

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14 Gedanken zu “Im Test… die Canon EOS M

    • Hi Tom,
      nein, da ist mir nichts bekannt.
      Ich habe nur gehört, das gerade gemunkelt wird, das es eine EOS M mit elektronischem ViewFinder geben soll.
      In wie weit die sonst angepasst und verbessert wird und ob das wahr ist oder nur ein Gerücht, auch da weiß ich leider nichts genaues.

  1. Hi Tom,

    vielen Dank für den Beitrag. Ich finde das Konzept einer Systemkamera mit APSC-Sensor recht interessant. Seit einigen Wochen habe ich eine NEX und komme damit besser zurecht als gedacht. Leider hatte ich die EOS M etwas aus den Augen verloren. In meiner Gedankenwelt aus möglicher Systemkamera, DSLR und analoger SLR könnte Canon für mich ein rundes Konzept anbieten.

    Kennst Du die NEX? Kann es sein dass die EOS M etwas voluminöser ist?
    Ich bin jedenfalls auf weitere ehrliche Beiträge gespannt.

    Gruß,
    Andreas

    P.s.: Habe gerade gesehen dass du aus KA kommst. Vielleicht läuft man sich ja mal über den Weg… ;o)

    • Hi Andreas,
      ich danke dir für dein Feedback!

      Ja, kenne die NEX und die EOS M ist tatsächlich voluminöser. Wobei ich sagen muss, das ich das bei der NEX auch als Effekthascherei abtue, wirklich sinn macht die Bauform nicht und die EOS M finde ich da doch gelungen. Also das voluminöser sein, ist in meinen Augen definitv kein Nachteil! ;)

      Und japp, bin aus KA… wir machen alle 15 Tage einen lockeren “Stammtisch” (nicht so klassisch, sondern echt ne lockere Runde) wenn du bock hast, adde mich mal in FB und schreib mir ne PM, dann lad ich dich bei den Events ein.

  2. Pingback: Test | Canon EOS M – Lifestylekamera in schönem Gewand » IMAEDIA

  3. Zu Weihnachten gönnte ich mir die EOS M.
    Als langjähriger Hobbyfotograf hatte ich zunächst nach der analogen Welt zwei einfache Modelle von Konika, dann die EOS 400D, 450D, 50D und seit ca. zwei Jahren die EOS 5D Mark II.
    Obwohl die Kamera EOS M wegen des langsamen AF schlechte Bewertungen erhalten hat, wagte ich mich an diese heran.
    Nach einigen Tagen der Eingewöhnung (der Mensch kann sich an vieles gewöhnen), lernte ich nun nach einigen Fotostreifzügen die Kamera zu schätzen. Sie macht hervorragende Bilder und mit etwas Übung auch von unserem wilden Jack Russel (besonders wenn er mit anderen Hunden spielt).
    Für mich sind die solide Verarbeitung, das schicke Design und die doch recht angenehme Bedienung ausschlaggebend für eine gute persönliche Bewertung.

    Tom, dein Artikel hat alle Merkmale treffend auf den Punkt gebracht.
    Vielen Dank!

    Und vielleicht gibt es in absehbarer Zeit doch noch ein Firmware-Update, welches die AF-Funktion etwas optimiert. Große Hoffnung habe ich persönlich allerdings nicht, da vermutlich Hardware-Design bedingt das AF-System immer etwas träge sein wird. Das ist vom LiveView-Modus der älteren EOS ja ebenso bekannt.

  4. Danke für den Bericht. Als Besitzer einer EOS DSLR kam die EOS M für mich bisher auch nicht in Frage. Nachdem sich der Preis jetzt aber innerhalb weniger Monaten halbiert hat, ist es doch nochmal eine Überlegung wert.

  5. Ganz bittere Enttäuschung.
    Als langjähriger Canon-Fan (bis jetzt mehr als 15 Canon Kameras, z.Z. EOS 5D Mark III, EOS 7D, mind. 20 EF- und EF-S Objektive) habe ich mir aus Neugier die EOS M angeschafft. Die Canon-übliche Verarbeitungsqualität ist schon Standard und die Kamera passt gut in die Hand. Die Bild- sowie Videoqualität ist gut, was ist aber eigentlich das einzige Kaufargument. Leider ist der Funktionsumfang für diese Preisklasse nicht ausreichend (hauptsächlich das fehlende WiFi) und durch das fehlende Canon-übliche Dreh Rad ist die Kamera ziemlich umständlich zu bedienen. Mit dem optional erhältlichen Adapter für die EF-Objektive kann man das Nutzungsspektrum der Kamera zwar ganz gewaltig erweitern, aber die Handhabung leidet durch das enorme Gewichtzuwachs und den fehlenden Sucher ziemlich schwer darunter. Im Großen Ganzen handelt es sich um eine schöne, aber ziemlich abgespeckte Kamera, deren größte Manko ist die Autofokus Geschwindigkeit. Eine so langsame Kamera habe ich wahrscheinlich noch nie in der Hand gehabt, dadurch ist sie für Normalverbraucher und vor allem für Schnellschüsse absolut nicht zu empfehlen. Inzwischen habe ich mir eine Sony NEX-6 inkl. komplett Zubehör angeschafft, da muss sich Canon wirklich verstecken und vor allem auch schämen! Eine super Kamera diese Sony! Nach so vielen Jahren der erfolgreichen Canon-Geschichte hätte ich von diesem Hersteller wirklich viel mehr erwartet. Bin ich wirklich sehr enttäuscht. Eine Firmware zur Nachbesserung der Kamerafunktionen und vor allem der absolut unbrauchbaren AF-Funktion ist dringend notwendig, sonst haben die Canon-Ingenieure die Arbeit umsonst gemacht und wir, die Käufer, was natürlich für uns noch schlimmer ist, das Gel aus dem Fenster herausgeschmissen!

  6. Pingback: Im Test… Canon PowerShot S110 | Thomas Reimann Photography | Digitale Fotografie und Bildbearbeitung aus Karlsruhe

  7. Hallo Tom, vielen Dank für den tollen Bericht. Hat mir eindeutig bei meiner Kaufentscheidung geholfen. Viele Grüße aus Münster. Stefan.

  8. Pingback: (M)ein Gedankengang und die aktuelle Entwicklung auf dem Kameramarkt… | thomas-reimann.com | Fotografie, Musik, Bildbearbeitung, Tests und Reiseberichte aus Karlsruhe

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