Im Test… Lowepro Rover Pro 45L AW

Dieses Jahr steht bei mir ganz im Zeichen der Outdoor Aktivitäten und wenn ich so beim Klettern, Wandern oder bei einem Klettersteig meine Kamera dabei haben wollte, stand ich permanent vor dem Problem: Wie packe ich die Kamera sicher ein und habe sie dennoch möglichst schnell griffbereit. Und hier bin ich bei meiner Suche eben auf den Lowepro Rover Pro 45L AW** gestoßen, welchen ich bei meinen letzten Touren mal getestet habe.

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Aufbau und Funktionen

Arco_TG-52Der Rover Pro 45L AW macht auf den ersten Blick einen robusten Eindruck, sein Obermaterial fühlt sich wertig an und die Schulter- wie auch Hüftgurte haben eine angenehme Polsterung. Die Gurte sind schön schmal und nicht zu dick gepolstert, bieten aber einen sehr angenehmen Tragekomfort auch bei größerer Last.

Neben zwei Staufächern am Hüftgurt, in welchen man z.B. Schlüssel, Sonnenbrille oder eine kleine Kamera/Handy verstauen kann, einem elastischen, großen Fach auf der Front des Rucksacks, für Dinge die schnell verfügbar sein müssen (z.B. Handschuhe, Halstuch o.Ä.) verfügt der Rover Pro auch über ein größeres Fach im oberen Deckel. Staufächer findet man also genug!

blog-1033Da es sich um einen Wanderrucksack handelt, ist das Tragesystem darauf ausgelegt, den Rücken gut zu belüften. Hierfür legt der Rucksack lediglich auf Hüfthöhe am Köper auf, über die Rückenpartie ist ein Netz gespannt und die eigentliche Rückwand des Rucksacks ist ausgestellt und berührt somit nicht direkt den Rücken. blog-1032Durch den entstandenen Hohlraum, ist der Rücken immer gut belüftet. Die Schultergrute lassen sich auf die Größe der Person am Rucksack zu dem optimal einstellen.

An der Front des Rucksacks befinden sich Schnallen zum befestigen von Wanderstöcken oder Pickeln. Außerdem hat man auch die Möglichkeit an der Unterseite des Rucksacks, mittels zweier Gurte ein Zelt oder die Isomatte zu befestigen. Die Bezeichnung AW (all weather) besagt, das der Rucksack zudem über ein ausreichend dimensioniertes Regencover verfügt. Dieses befindet sich in einem kleinen Eingriff, am Boden des Rucksacks.

Besonderheiten (Foto-Spezifisch)

Der Rover Pro lässt sich nicht nur wie ein klassischer Wanderrucksack von oben beladen, er hat, für den schnellen Zugriff aufs Fotoequiment, eben noch eine große Öffnung auf der Vorderseite des Rucksacks. Diese führt direkt ins große Fach und auf die beiden dort platzierten Camerapuches. Und so wären wir auch bei dem eigentlichen Feature des Rucksacks…

Zum Lieferumfang des Rover Pro gehören in der 45L Version nämlich 2 Kameraeinsätze (Camerapuches) welche man nach belieben und Ausmaß an Equipment kombinieren kann. In dem etwas größeren findet neben der Kamera mit aufgeschraubtem Objektiv, locker noch ein weiteres Objektiv, ein Blitz und ausreichend Zubehör platz. Sollte das nicht ausreichen, kann man im zweiten, etwas kleineren Pouch noch 4 weitere Objektive verstauen. Die Einsätze richtig platziert, lassen diese einen schnellen Zugriff auf das Equipment durch die besagte Öffnung an der Front des Rucksackes zu, ohne sich durch das restliche Gepäck wühlen zu müssen.

Arco_TG-24Bei einem längeren Aufenthalt oder bei kurzfristigem Platzbedraf, lassen sich die Einsätze mit einem Handgriff aus dem Rucksack ziehen und geben somit den belegten Platz wieder frei.

Da im Inneren das Kameraequipment platziert ist, befindet sich das Fach für die Trinkblase an der Seite des Rucksacks. Dieses bietet Platz für eine 2 Liter Blase. Meine Befürchtung, das dies eine Schräglage des Rucksacks verursachen könnte, trat aufgrund des tief liegenden Schwerpunktes auf der Hüfte nicht ein. Auf der anderen Seite findet man 2 Befestigungsgurte und ein Haltesystem für ein ausgewachsenes Kamerastativ.

Kritikpunkte

  • Der Brustgurt ist in der Höhe verstellbar, allerdings befindet sich am unteren Ende der „Schiene“ kein Anschlag, was zur Folge hat, das mir der Brustgurt schon zwei Mal fast verloren gegangen wäre. Hier hätte es eine einfache, dickere Naht getan. Schade, dass hier nicht auf dieses Detail geachtet wurde, denn oben funktioniert der Anschlag perfekt.
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  • Im Inneren des Rucksackes, befindet sich auf der Rückenpartie zusätzlich noch die gewohnte Innentasche für eine Trinkblase. Hier kann man z.B. ein Notebook verstauen oder aber, im „nicht Kamerabetrieb“ die Trinkblase. Leider gibt es für den Trinkschlauch keinen Weg aus dem Hauptfach. Hier hätte eine kleine Öffnung nicht geschadet, so dass man die Wahl gehabt hätte…
  • Die Gurte des Hüftgurtes sind, nachdem man sie festgezogen hat, sehr lang. Es gibt zwar Gummiösen um diese einzufädeln, aber bei der Länge helfen diese leider garnicht. Ich weiß nun nicht, ob der Rucksack für fülligere, breitere Personen eine solche Gutlänge benötigt. Mich hat es gestört.
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Resümee

Arco_JK-4455Der Rucksack trägt sich sehr angenehm und man merkt, das Lowepro aus der jahrelangen Erfahrung von  Lowe Alpine profitiert. Auch bei hohem Gewicht verteilt der Rover Pro die Last perfekt und mach so auch eine mehrstündige Wanderung angenehm. Die Variationsmöglichkeiten sind super und man sollte für jede Anforderung die richtige Kombination aus allen Features finden. Ob das komplette Equipment mit Stativ, oder nur die Kamera + 2 Objektive und dafür mehr Platz für anders Gepäck… man hat die Wahl!

Ich muss allerdings sagen, es handelt sich nicht ohne Grund um einen ausgewiesenen Wanderrucksack! Denn so toll die Features alle auch sind, durch den freien Rücken, den tiefen Schwerpunkt und die Breite des Rucksacks so wie das Gewicht bei voller Beladung, hatte ich z.B. auf Klettersteigen so meine Probleme mit dem Gleichgewicht. Aber auch dafür habe ich eine Lösung gefunden. In solch einem Fall verwende ich einfach einen der herausnehmbaren Kameraeinsätze und nutze diesen in meinem Kletterrucksack. Nun habe ich zwar keinen schnelle Zugriff mehr auf das Equipment, allerdings ist es bestens aufgehoben und mit einem Griff ist zumindest der Einsatz aus dem Rucksack gezogen.

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8 Gedanken zu „Im Test… Lowepro Rover Pro 45L AW

  1. Danke für den schönen Bericht! Ich bin auch immer noch auf der Suche nach „dem“ Fotorucksack. Da ich ja fast die gleichen Anforderungen habe (unterwegs im Gebirge), werde ich mir diesen Rucksack doch nochmals genauer unter die Lupe nehmen.

  2. DEN rucksack gibt es leider nicht, bzw. sag mir bitte bescheid wenn du ihn gefundne hast. Aus meier Erfahrung im outdoorbereich brauhct man locker zwei drei verscheidene Rucksäcke für unterschiedliche Situationne. Da ist es beim Fotorucksack leider nicht anders.

  3. Danke für den schönen Bericht. Im Moment scheint das der Rucksack zu sein, der die meisten Kompromisse erfüllt. Ich habe noch den Vanguard im Auge. Hast Du noch andere „Foto“-Rucksäcke probiert oder im Einsatz. Ich suche einen, in den meine beiden Objektive, die Kamera, ein Blitz plus wenig Zubehör sowie eine Jacke, etwas Vesper, eine Wanderkarte und vielleicht eine Trinkflasche und Sonnenschutz passen. Ciao, Marcello

    • Ich habe mittlerweile sehr viele verschiedene Rucksäcke probiert, aber keiner war ein ernstzunehmender Wanderrucksack mit einem derartigen Rückenaufbau.
      Wenn du möchtest, kannst du dir den LowePro gerne mal live anschauen?! Vielleicht sogar mal ausprobieren?

  4. Pingback: Test: Rucksack LowePro Rover Pro 45L AW

  5. Hallo Thomas,

    danke für den guten Bericht. Mein Rover45L ist heute gekommen… 😉 Könntest Du mir (uns) bitte sagen wie Du deine DSLR am Rucksack befestigst? Das würde mich interessieren.

    SG
    Richard

  6. Hi Thomas,

    dass der Brustgurt am unteren Ende der Schiene rausnehmbar ist hat den Sinn, dass man im Falle dass der Clipper kaputt geht schnell einen neuen dranbauen kann. Das haben die meisten Rucksackhersteller so gelöst, und wenn du mal genau darauf achtest, fädelt er sich wenn überhaupt bei den meisten Personen auch nur nach oben aus, und da ist er ja arretiert.

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