(M)ein Gedankengang und die aktuelle Entwicklung auf dem Kameramarkt…

Das ich mich derzeit in einem Selbstfindungsprozess bzgl. meiner Fotografie befinde, das hat man hier und da ja schon mitbekommen. Um so interessierter beobachte ich die aktuellen Entwicklungen und Tendenzen auf dem Kameramarkt. Ich selbst habe durch meine Outdooraktivitäten immer seltener meine große DSLR, die Canon 5D Mark III mitgenommen. Meistens haben mir die S110 oder G16 vollkommen ausgereicht und durch die wesentlich einfachere Transportmöglichkeit habe ich auch häufiger zur Kamera gegriffen. Aber alles der Reihe nach…

Ausschlag hat bei mir ein 8 stündiger Klettersteig mit 8 Kilo Kameraequipment (+3l Trinken +Essen + Kletterausrüstung) gegeben. 8 kg Equipment, welches ich quasi nicht aus dem Rucksack genommen habe, weil ich alleine vom rumschleppen schon so davon genervt war. Ich wollte natürlich für jeden Anlass die richtige Linse dabei haben. Lediglich das Stativ habe ich mir gespart. So ein Bullshit. Wie viel einfacher wäre mir der Klettersteig gefallen. Wie viel mehr hätte ich mich auf das wesentliche konzentrieren können. Und wie viel mehr Bilder hätte ich mit einer kleineren Kamera um den Hals gemacht. Danach habe ich mir geschworen, ich werde nie wieder ohne triftigen Anlass so ein üppiges Equipment mitschleppen. Ist ein Shooting geplant – OK. Aber nicht bei so einer Aktion.

Sich lösen…

Klar, man spart gefühlt eine Ewigkeit um sich sein Traum-DSLR-Setup zusammen zu stellen. Also will man dann auch möglichst viel damit fotografieren und hat vor allem ein schlechtes Gewissen, es nicht immer und überall, wo fotografiert wird, einzusetzen. Löst man sich aber erst einmal davon, die eifrig zusammengesparte DSLR Ausrüstung als den heiligen Gral und einzig wahre und ernst zunehmende Möglichkeit zur Fotografie zu sehen. Hat man die Entbehrungen die man dafür eingegangen ist erst einmal vergessen. Macht man sich frei davon ein schlechtes Gewissen zu haben, das ach so teure Equipment mal zu Hause zu lassen, dann wird vieles einfacher… Denn oft geht es darum, einfach den Moment einzufangen. Wie auch Jeriko so treffend schreibt, es geht ums Bild! Und hier passen zwei Zitate perfekt:

„Die besten Bilder sind die die man macht.“ ~ unbekannt (Danke Heinz)

und

„The best camera is the one that’s with you.“ ~ Chase Jarvis

Weitergedacht…

Arco_2-0171

aufgenommen mit Canon Powershot N

Ich habe also angefangen, hier und da nur eine kleine Kamera einzupacken. Und siehe da, ich hatte sie viel lieber dabei, sie fiel mir nicht zur Last. Ich hatte sie wesentlich häufiger in der Hand und habe deutlich mehr und oft auch wertvollere Aufnahmen damit gemacht. Es wurde immer selbstverständlicher die Kamera einzupacken und im Urlaub hatte ich sie auf einmal ohne nachzudenken, jeden Tag um den Hals. Aber im Gegensatz zu vorher, war es keine 5kg Kamera, die jeden verschreckt sobald man sie angesetzt hat, sondern es war eine kleine, unauffällige Kamera. Eine die von vielen gar nicht wahr- oder all zu ernst genommen wurde. Und auf einmal war niemand in meiner Umgebung genervt, dass ich mein Objektiv wechseln oder meine Kamera ein- bzw wieder auspacken musste. Keiner hat sich von der Kamera bedroht gefühlt. Niemand hat es für nötig gehalten sich zu verstellen. Ich musste nicht ständig einen Rucksack oder Tasche voll Zubehör rumschleifen, konnte mich freier bewegen. Die Kamera auch mal baumeln lassen und einfach den Moment genießen.

Keines der Bilder in diesem Post (und auch seit langem keines mehr auf dem Blog) ist mit meiner großen DSLR aufgenommen. Kameras waren u.a. iPhone 5s, Powershot N, S110, G16 etc.

Der Kameramarkt – Entwicklung und Tendenz

Und wie ich mich so in meinem Prozess langsam wieder finde und immer wohler fühle, zeichnet sich auf dem Kameramarkt eine sehr interessante Entwicklung ab. Die quasi tot geglaubte Marke Olympus bringt ihr OMD System heraus und betreibt so offensives Marketing, dass fast jeder zweite bekanntere Fotograf auf einmal sein bisheriges Setup QuoteersetztQuote. Fuji baut die Idee der x100 (die ich für kurze Zeit mal hatte) immer weiter aus und auf einmal gibt es 6 oder 7 Modelle wie X-T, X-E, X-A, X-Pro, X-M, was auch immer und keiner blickt mehr durch (ich zumindest nicht). Sony haut noch einen drauf und packt seinen Vollformat-Sensor in ein quasi NEX Gehäuse und dann kommt Nikon mit ihrer Df und lacht alle aus!

Warum? Weil alle außer Nikon auf einen EVF (Electronical ViewFinder) setzen und wer aus dem DSLR Lager kommt und schon mal in einen dieser winzig kleinen Suchermonitore (oder wie es der wehte Stilpirat so treffen bezeichnet: Mäusekino) geschaut hat, wird vielleicht, wie ich und viele Andere feststellen, dass das nicht mehr viel mit Gefühl zu tun hat, was man darin sieht. Ich will nicht lange über EVF lamentieren aber ich denke, das ist, egal wie hochauflösend die Minidisplays auch werden, eine absolute Sackgasse und vernichtet jegliches Gefühl beim Fotografieren. Zumindest werde ich nicht warm mit diesen Dingern. Und einzig Nikon war im Stande den obligatorischen Vollformat-Sensor in ein kompakte (sogar retro) Gehäuse zu packen und einen klassischen optischen Sucher zu verbauen. Das Ganze sieht aus, wie damals die analogen SLR Kameras aussahen, vollgestopft mit aktuellster Technik. So muss das sein! Da wollen wir hin! Und so kann ich euch wärmstens Steffens Gedanken zur Df ans Herz legen.

Und dann beobachtet man da noch eine kleine, fast kaum beachtete Tendenz, weg von all den Automatik-Modi, Panik Programmen, Kreativ-, Sport- und Landschafts-Voreinstellungen, hin zum Ursprung. Die Df, wie sicher auch einige andere oben aufgezählte Modelle, gehen immer weiter dazu über, Einstellungen wie Zeitvorwahl, Belichtungskorrektur, Iso-Werte etc. auf praktisch und griffbereite Wahlräder zu platzieren, die sich schnell und blind bedienen lassen und einen direkten Eingriff ins Geschehen und die Bildentstehung ermöglichen. Diese Arbeitsweise haben viele schon lange – fotografieren im Manuellen Modus – aber bisher musste man viele dieser Einstellungen über das Menü oder Multifunktions-Wahlräder einstellen. Man konzentriert sich also wieder mehr auf das Fotografieren, beschäftigt sich mehr mit dem eigentlichen einfangen des Lichtes und setzt sich bewusster mit der vorherrschenden Lichtsituation auseinander als sich in den Tiefen irgendwelcher Menüs und Kreativprogrammen zu verlieren.

Und dann ist da natürlich noch Leica, die sich jetzt zurücklehnen und sagen, das alles schon lange zu wissen, sich nie Stress gemacht haben, irgendeinem Trend hinterher zu rennen, viel zu spät in die digitale Welt eingestiegen sind und sich dann anfangs auch noch anhören mussten, auf veraltete Sensoren oder Displays zu setzen. Die Kameras mit Preisen, die jenseits von Gut und Böse sind, man sich aber nicht darum schert, denn die Produktion ist so limitiert, dass man dennoch keine Ladenhüter produziert. Und man kauft mit der Kamera ja schließlich ein Lebensgefühl und das funktioniert bei Marken wie Harley, Apple und Co ja auch wunderbar. Man macht seit jeher sein eigenes Ding, setzt auf den Messsucher und muss sich somit um so viele Probleme gar nicht kümmern. Autofokus wird eh überbewertet und die Blendenvorwahl war ja eh schon immer an den Linsen, genau wie das Wahlrad für die Belichtungszeit auf dem Kamerabody. Ob man Leica nun liebt oder hasst, es spielt gar keine Rolle. Das rumgehacke auf einer Marke ist bei keiner Anderen so ausgeprägt wie hier. Das Contra-Lager lässt sich am Ende immer in zwei Gruppen teilen. Denen, welchen die Technik nicht zu den eigenen Anforderungen passt und die eine Leica einfach nicht in Erwägung ziehen und den Anderen, die, nachdem alle vorgeschobenen Argumente beseitigt sind, nur noch der regelrechte und oft substanzlose Hass auf die Preispolitik und -entwicklung als letztes lauthals raus geblöktes und aufgezwungenes Argument übrig bleibt. Hatten wir alles schon bei Apple und interessiert da heute auch keinen mehr.

Achtung: der obige Abschnitt wurde mit einer extra Priese Zynismus gewürzt!

Ja und Canon? Canon spielt das Spiel bislang noch nicht mit. Ob man hier einen Trend verpasst, auf das falsche Pferd gesetzt oder noch was in Petto hat, auf das wir alle gespannt sein dürfen, das weiß ich nicht.

Aber ich bin gespannt wohin die Reise noch gehen wird!  Ich finde die aktuellen Entwicklungen und Tendenzen sehr spannend. Nicht zuletzt weil sie in genau die Richtung gehen, in die sich auch meine (und offenbar nicht nur meine) Vorlieben zu entwickeln scheinen.

Habt ihr euren Weg gefunden? Was sagt ihr zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Kameramarkt? Ich freue mich über jedes Feedback und weitern Input. Ab in die Kommentare damit!

17 Gedanken zu „(M)ein Gedankengang und die aktuelle Entwicklung auf dem Kameramarkt…

  1. Die Entwicklung ist schon recht interessant. Vom Design und der größe her ein bisschen wie „Back to the roots“.
    Die A7R von Sony hat mich schon einigermaßen von den Socken gehauen! Ich durfte bereits etwas mit ihr rumspielen, und es macht schon echt Spass!

    Bei Sony liegt es wohl daran, das sie auch bei ihrer DSLR durch deren SLT-Technik auf einen EVF setzen, das sie der A7 keinen optischen Sucher spendiert haben.

    Da ich dies aber schon von meiner A77 gewohnt bin, stört es mich nicht. Im gegenteil einige der Sachen die mein EVF ermöglichen möchte ich echt ncht mehr missen.
    Wobei hin und wieder ein optischer Sucher schon noch schön wäre. 🙂

    Ähnlich wie du wünsche ich mir zwischendurch auch mal was „kleines“, gerade beim Mountainbike fahren.

    Da die A7 derzeit außerhalb meiner Möglichkeiten liegt, liebäugel ich ein bisschen mit ner Sony RX100II (Welche als „Kompaktknipse“ schon eine ziemlich Bombe ist) oder einer NEX-7.

    Willst du dich ganz von deiner DSLR lösen bzw. diese nur noch im Studion einsetzen?

    • Wenn ich die Lösung finden sollte, dann wäre es mir am liebsten ganz ohne DSLR aus zukommen. Ein Anfang wäre es schon mal, diese nur noch im Studio zu benötigen.

      Geht aber nur dann, wenn die Alternative keine oder nur sehr wenige Nachteile gegenüber meiner DSLR hätte. Dabei spielen Themen wie Bokeh und Blende, Blitzschuh und Studiotauglichkeit, Bennweiten, ISO, OVF usw eine Rolle. Einen Kompromiss könnte ich bei gewissen Dingen eingehen, wenn der Großteil passen würde.

  2. Hay Tom I know you are not a fan from Digital view finders but you really ahould try the new generation that is out now they are a world of difference to what you used 😉

  3. Ich habe das Gefühl, immer mehr Fotografen machen sich in letzter Zeit genau diese Gedanken. Vor einigen Jahren noch gab es keine (gute?) Alternative zur DSLR, heute gibt es so viele Möglichkeiten. Mein „Traum“ war eine KB-Kamera, die habe ich nun. Ich sollte glücklich sein, bin ich auch irgendwie – wäre da nicht dieser kleine Teufel auf der Schulter in Form einer Tasche, der immer schön mit seinem Gewicht nach unten zieht. Doch ich finde keine leichte Alternative, die all das bereit hält, was ich an meiner Kamera so schätze. Man gewöhnt sich einfach an gewisse Features 😉 . Immer muss man irgendwie Kompromisse eingehen. Und dabei mache ich das ganze nicht mal professionell, alles nur ein Hobby.

    Den Selbstfindungsprozess, den du ansprichst, verstehe ich ebenfalls voll und ganz. Ich weiß nicht was ich will, ich weiß nicht wo ich hin will – und daher auch erst recht nicht, welches Equipment mit mir diesen Weg bestreitet.

  4. Wie sich dieser Moment immer wiederholt. Ich weiß genau was Du meinst. Ganz genau.

    Bei mir muss es irgendwann 2011 gewesen sein. Ich hatte bereits seit über einem Jahr (außer zu dedizierten Shootings) keine SLR mehr irgendwohin mitgenommen, weil es mich nur noch genervt hat. Das Geschleppe. Die Materialschlacht. Das sich zum Sklaven der Technik machen. Und das sich selber mit falschen und überflüssigen Ansprüchen einspannen. Mit dem Handy hab ich zu dem Zeitpunkt zwar hin und wieder drauf gehalten, aber gar nicht richtig hingeschaut und nur halbherzig dokumentiert – wenn überhaupt.

    Wie gesagt; um 2011 hab ich dann umgedacht und bewusst angefangen mit dem Handy zu knipsen. Nur die Fotos auf die ich Lust habe. Und diese ordentlich machen und gleich hochladen. Kein nach Hause tragen von Tonnen Fotos, die man anschauen, aussortieren, bearbeiten, hochladen und verwalten muss. Im Nachhinein betrachtet sehe ich diesen Bruch auf http://campl.us/user/ht82 sehr deutlich. Damals war mir das gar nicht so bewusst.

    Das Abwenden von der Technik war schon ein Jahr früher fällig. Damals (2010) bin ich von der 400D auf die 7D umgestiegen und war monstermäßig enttäuscht. Die neue Kamera war zwar schon ok, aber in Summe keinesfalls besser als die 400D. Seitdem hab ich auch herzlich wenig Lust, mich mit neuen Kameras vor Glasvitrinen festhalten zu lassen. Warum auch? Eigentlich hätte ich das aber früher wissen können. Denn 2008 hab ich bei Martin drüben das hier geschrieben http://kwerfeldein.de/2008/04/11/das-gute-foto-ein-statement/ – und damit eigentlich vorweggenommen, was ich später doch wieder am eigenen Leib erfahren sollte.

    Aber irgendwie war es ja offensichtlich notwendig. 😉

  5. Hi Tom,

    ich bin in den letzten Vorbereitungen einer 6monatigen Rucksacktour durch Südamerika. Und spätestens, wenn man in so einer Situation ist, denkt man schnell über dieses Thema nach.

    Aber eins nach dem anderen. Ich bin schon längere Zeit von meiner DSLR-Unmut genervt gewesen und habe mir vor gut 1,5 Jahren eine Sony RX100 gekauft. Abbildungsleistung ist gut und sie wurde auch oft eingesetzt, sei es im franz. Restaurant, beim Wandern in den Alpen, bei Freunden oder auch für Straßenfotografie.
    Allerdings stört mich extrem die Langsamkeit dieser Kamera; Anschalten, Zoomen, etc. dauert alles zu lange – es ist nicht schlecht designed von den Knöpfen her aber die 2-3 Sekunden, bis die Kamera bereit ist und vor allem entweder an ist oder aus (d.h. bspw. Display-Standby ist nicht vorhanden) bremst den Spaß schon deutlich.

    Nun wollte meine Freundin auch gerne fotografieren lernen, die Rucksackreise hat sich auch schon angekündigt und so habe ich mich umgeschaut. Am Ende habe ich die Fuji XE2 und X-Pro1 angeschaut.
    Mäusekino trifft es ganz gut. Aber die direkte Wahl von Blende und Zeit an der Kamera empfand ich als umwerfend und ideal, um das Fotografieren zu lernen (—> Freundin). Bildqualität ist eh schon ausreichend. Macht wirklich sehr viel Spaß diese Kamera. Dazu noch das 18mm Pencake und man ist ziemlich kompakt & leicht unterwegs. Und es macht Spaß!
    Trotzdem werde ich meine D600 samt 70-200f4 und einem WW-Pencake mitnehmen – das sind dann gerade ca 1600 Gramm. Wenn ich allerdings auf Bike oder in den Bergen, bei Freunden oder auf Stadtbesuch in Frankreich oder anderswo bin, kommt meist nur noch die Fuji und die RX100 mit. Bildqualität passt allemal.
    Es spricht noch so vieles für eine DSLR, sei es Robustheit, Akkulaufzeit, Bedienung und eben das direktere Fotografieren (Prisma).
    Ohnehin sind die Produktpaletten so groß und die DSLRs mittlerweile so leicht…

    TL;DR DSLR + 1 bis 2 leichte Objektive und eine Kompaktkamera ist für mich die ideale Lösung. Auf der Rucksacktour spart mir der Extra Body (Fuji XE2) das Wechseln von Objektiven in ggf. feuchter Umgebung, was auch nicht schlecht ist.

  6. „Ja und Canon? Canon spielt das Spiel bislang noch nicht mit. Ob man hier einen Trend verpasst, auf das falsche Pferd gesetzt …“

    Ich will hier keinen Markenkrieg anzetteln, möchte aber trotzdem kurz die EOS M verteidigen. Sie ist bestimmt in vielen Aspekten im Vergleich zu den oben genannten einen Schritt hinterher. Bzw. eher daran vorbei. Die Technik selbst ist dafür auf ziemlich aktuellem Stand. Nur vom Handling her ist sie halt eher mit einer Digitalknipse zu vergleichen. Wenig Knöpfe und kein Sucher.

    Wenn man auf den Sucher verzichten kann und keine Action fotografiert ist sie dafür extrem kompakt und recht günstig. Ich hatte sie (mit 22mm) auf unserer Wanderung auf Mallorca mit und bin echt zufrieden mit ihr ( http://simonnickel.de/tag/mallorca-2013 ).

    Seit ich sie habe, nehme ich meine DSLR kaum noch aus der Schublade. Aber so scheint das mit jeder kompakten zu sein und wie du auch schon gesagt hast, im Grunde ist die Kamera egal, man muss sie halt dabei haben und benutzen.

  7. Ich danke euch für euer Feedback! Wie ich vermutet hatte, bin ich mit den Gedanken nicht alleine und das ist auch nichts Neues. Interessant ein paar weitere Denkansätze zu lesen und mit zu bekommen, wie ihr das Problem für euch gelöst habt. Es hat halt auch jeder andere Ansprüche die in die Findung mit einfließen müssen… klar.

  8. Ich verstehe durchaus Deine Bedenken bezüglich der EVF – für mich sind sie allerdings eine Befreiung und das Erfüllen eines langgehegten Wunsches. Endlich das sehen was der Sensor (/Film) „sieht“, und nicht „nur“ das was das Ojektiv „sieht“ und mein Auge. Sicher haben optische Sucher ein spezielles Feeling, aber ich finde wenn schon digital fotografieren dann darfs auch digitaler Sucher sein. Und es gab auch schon genug Fotografie-Freunde die bei dem EVF meiner Kamera zuerst mal meinten das sei nicht elektronisch und viel grösser als der optische ihrer Kamera … alles eine Sache der Gewohnheit.
    Das die Hersteller vermehrt beginnen wieder die Standard-Parameter per einzelnem Einstellrad zugänglich zu machen begrüsse ich ebenfalls sehr. Schaun wir mal welche Konzepte am Ende „übrigbleiben“ im momentanen schleichenden Zusammenbruch der Fotoindustrie. EVF hat halt den Vorteil das da noch viel auszuprobieren ist … keine Unmöglichkeit zB den Sucher einer Mittelformatkamera zumindest von der Grösse her in eine „normale“ DSLR einzubauen … obs dafür dann aber Käufer gibt?

  9. Hallo Thomas,
    wenn ich auf Wandertour oder gar Klettersteigtour gehe, lasse ich meine Kamera grundsätzlich zuhause. Wo soll ich auch anfangen und wo aufhören? Der Body und ein kleines Zoom? Na ja, im Klettersteig würde sich vielleicht ein Weitwinkel auch gut machen, und an der Benediktenwand gibt es Steinböcke – also das Tele auch noch mit. Und den tollen Sonnenaufgang – hmm, ohne Stativ geht es nicht. You got the idea.
    Ich habe mein Handy dabei, das reicht für die Schnappschüsse und Erinnerungsfotos und mal nicht fotografieren zu müssen finde ich recht befreiend. Ich habe enthaft mal einige Jahre nicht fotografiert, weil ich die Welt nur noch im Format 10X15 betrachtet habe. Das hat mich auf Dauer verrückt gemacht.
    Aber zum Thema: Ich bin mir nicht sicher, ob die derzeitige Entwicklung wirklich bedarfsorientiert ist, oder ob die Kameraindustrie nicht krampfhaft versucht, die Umsätze noch weiter zu steigern und sich Marktanteile abzunehmen. Ja, das ist legitim, aber ich bin noch nicht so weit, dass ich mich da einklinke.
    Wie lange hat es früher gedauert, bis Canon, Nikon, Olympus und Co. neue Modelle rausbrachten? 10 Jahre, und das war dann jedesmal eine Sensation. Heute bringen die Hersteller jährlich neue Modelle auf den sowieso schon unübersichtlichen und gesättigten Markt, bessere Fotos gelingen den meisten Menschen damit aber nicht. Jede kleine und kleinste Nische muss besetzt sein.
    Das sagt jemand, der fotografisch noch aus einer Zeit kommt, die mittlerweile Lichtjahre entfernt ist.

    Viele Grüße
    Alexander

  10. Hallo Thomas,
    mir ging es vor ein paar Jahren ähnlich wie dir. Mittlerweile schleppe ich schon lange keine Kameraausrüstung mehr mit mir rum wenn ich privat fotografiere.

    Viele Grüße,
    Lydia

  11. Hi,

    es ist immer schön festzustellen das man nicht alleine ist. Ich mache mir seit einigen Monaten ähnliche Gedanken. Gewicht, Packmaß, eingeschränkte Beweungsfreiheit alles Punkte, die dazu führen das ich meine 5D MIII immer öfters einfach zu Hause lasse. Ich habe lange gespart um mir die Kamera und passende Objektive dazu zu kaufen. Natürlich habe ich damit tolle Erfahrungen gesammelt, die ich nicht missen möchte aber trotzdem bin ich damit unzufrieden. Ich denke das auch oft vergessen wird, das ein Modell wie die 5D MIII und Objektive wie das EF 70-200 2.8 Werkzeuge sind. Es sind aber eben nur Werkzeuge, welche für uns einen bestimmten Zweck zu erfüllen haben. Einen Moment festzuhalten (wie in deinen Zitaten ausgedrückt wird). Für mich war die Kamera schon immer ein Mittel zum Zweck. Ich war schon immer mehr am Bild interessiert als an der Ausrüstung. Diskussion auf Hochzeiten wie z.B. „Warum Canon und nicht Nikon?“ oder was ich von diesem oder jenem Objektiv halte habe ich im letzten Jahr durch abkleben aller Erkennungsmerkmale geschickt abgewendet. (Die Klebestreifen scheinen ein gutes Signal an die Leute gewesen zu sein.) Was mir aber am wichtigsten ist, ist das mir die Kamera bzw. die Ausrüstung nicht im Wege steht. Ein Werkzeug ist dafür vorgesehen, die Arbeit zu erleichtern und nicht zu erschweren. Aber genau hier sehe ich den Ursprung der Unzufriedenheit: Das Gewicht, die Notwendigkeit einer Tasche oder eines Rucksacks und die Möglichkeit sich nicht frei bewegen zu können. Man kann die Ausrüstung nicht mal schnell unter einer Jacke verschwinden lassen, wenn man den Eindruck hat es wäre besser so. Was mich zusätzlich stört ist die Distanz zum Bild. Klar, wir wissen das wir den Auslöser gedrückt haben und uns vorher Gedanken zu Komposition, Lichtverhältnissen und die notwendigen Einstellungen an der Kamera gemacht haben. Trotzdem fällt es mir schwer ein Bild anzuschauen das ich gemacht habe und zufrieden zu sagen: Ja, das Bild habe ich gemacht. Ein Bildhauer, der aus einem großen Marmorblock ein Portrait schlägt kann nach Vollendung seiner Arbeit auf sein Werk blicken. Er ist sich jeden Hammerschlages bewusst, der zu seinem Werk beigetragen hat. Aktuelle Kameras sollen das Leben von professionellen Fotografen erleichtern (oder das Leben von denjenigen, die sich nicht mit der Fotografie selbst befassen möchten). Genau da sehe ich auch ihren Platz. Ich denke, das wenn man seine Rechnungen von der Fotografie bezahlen muss, oder man einfach nur ein Bild machen möchte ohne sich darüber Gedanken zu machen was muss ich wie und wo einstellen, ist man bestimmt sehr froh über den Computer den man da inzwischen in seinen Händen hält. Ich möchte das nicht (mehr).

    Alternativen? Ich habe für mich noch keine gefunden. Lässt man aber das ganze Gerede von Leuten, die lieber stundenlang in Foto-Foren ihre subjektive Meinung kundgeben und damit vielleicht auch ihre eigene Unzufriedenheit kaschieren, wie auch Marken, Markenphilosophie, Preispolitik etc. außer Acht und konzentriert sich auf das Wesentliche wie das Produkt selbst und in wie weit es eine Antwort auf die Fragen sein kann, die wir uns stellen, so muss ich doch zu geben, das ich das Konzept einer Leica inzwischen sehr interessant finde. Der Preis holt einen dann aber doch wieder recht schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Das Argument der Wertstabilität über Jahre hinweg konnte ich für mich selbst noch nicht belegen. Aber der Wertverlust der 5D MIII ist schon erschreckend 🙁

  12. Ich glaube dass die zwei Punkte nahtlos ineinander Greifen:
    Sind es nicht gerade die jährlich immer neuen Modelle, mit noch mehr Technik und Verbesserungen, welche einem im Glauben lassen, dass die eigene 2-3 Jahre alte Kamera keine Bilder mehr machen kann???

    Um „seinen Weg“ zu finden, muss man sich oftmals erst bewusst machen, warum einem die aktuelle Ausrüstung nicht passt, oder was an der aktuellen Ausrüstung der große Störfaktor ist.

    Mein persönlicher Weg hat vor Jahren genau damit angefangen: Eine 2-3 Jahre „alte“ Nikon-Kamera hat irgendwie nicht mehr gepasst. Die aktuellste und neue musste her. Aber irgendwie half das nicht. Dann natürlich der Gedanke an Vollformat. Genau das einzige Stück Technik, was überhaupt nur gescheite Bilder machen lässt. Also, nur noch ausgemalt welche VF-Ausrüstung man sich zusammen kaufen möchte. …und dann natürlich der Preis…
    Der Preis und die (erschreckenden) Wertverluste von Kamera-Bodys waren zuerst enttäuschend.
    Grundsätzlich stimmten sie mich nachdenklich.
    Ich musste mir erst mal wider bewusst werden, dass ich kein Profi bin.
    Ich musste mich darauf besinnen, dass ich für mich Spass haben möchte, und nicht die Technik den Spass vorgibt.
    Dieser erste Schritt auf „meinem Weg“ führte dazu, dass ich Vaters Minolta SLR reaktivierte, und mein komplettes DSLR-Equipment verkaufte.
    Nach knapp einem kompletten analogen Jahr führte mich mein Weg zu den Sony-NEX-Modellen, weg vom Spiegel, und (wegen einer NEX-5n) weg vom Sucher.
    Nicht mehr klobig, etwas kompakter, und trotzdem „großer“ Sensor.
    Dank eines guten Angebotes wuchs die 5n zur A7. …mit den analogen Minolta-FBs…
    Für mich passt es. Für mich macht es aktuell wieder Spass.
    Die A7 ist zwar nicht mehr ganz so kompakt wie die 5n, aber sie ist auch nicht so ein „klotz“ wie die DSLr vorher.

    Dementsprechend sind meine Technik-Gedanken folgende:
    Ich glaube dass sich gerade bei der Fotografie in den nächsten Monaten/Jahren eine gewisse Spezialisierung/Gewichtung der Kamerahersteller auf spezielle Wünsche/Vorlieben und Massen ergeben wird.
    Es wird immer die Profis geben, welche sehr gute und große Objektive an Spiegelreflexkameras benötigen.
    Die Segmente darunter werden in verschiedenen Abstufungen zum Teil recht speziell auf die Wünsche der Kunden reagieren, oder mit bestimmten Vorgaben ungeahnte Wünsche bei den Verbrauchern wecken.
    Man muss sich in gewissen Umfängen immer genauer und sensibler klar werden lassen, was man braucht und möchte. Ansonsten wird es mit jedem neuen Kameramodell schwieriger – da ja das eigene alte keine vernünftigen Bilder mehr machen kann…

  13. Nochmals danke für eure Kommentare!
    Einige davon haben mich wirklich nochmal ins Grübeln gebracht.
    Dies war definitiv nicht der letzte Post zu diesem Thema…

    Ich war Anfangs am zweifeln, ob ich darüber schreiben soll. Eigentlich wollte ich die Gedanken alleine zu Ende führen. Ohne fremden Input, ohne direkte oder indirekte Beeinflussung von Außen. Nun bin ich aber froh es thematisiert zu haben und konstruktiven Input zu bekommen!

  14. Pingback: Canon PowerShot S120 im Test - IMAEDIA – Fachblog für Home Entertainment, Infotainment und Technikgadgets

  15. Hehehehe ganz großer Applaus von einem Halbwissenden!
    Du hast es echt super auf den Punkt gebracht und mit viel Technik gewürzt.

    Für mich selbst habe ich eigentlich auch lieber nur ein Objektiv am Start, damit ich mich nicht verzettele.
    Zumindest nach dem 2ten Tag in San Francisco letztes Jahr musste ich mir einen Rucksack kaufen, so heftige Schmerzen hatte ich vom Tragen meiner Kamera plus Objektiven und was man sonst noch so „braucht“.

    Ein echter Fotograf bekommt sogar mit dem Handy eindrucksvolle Momente eingefangen wie du uns mit deiner kleinen Bildauswahl wunderbar bewiesen hast!

    Ich bin dafür, dass weniger manchmal mehr ist 🙂
    Morgen wird nur der Weitwinkel eingepackt und vielleicht noch mein heißgeliebtes 50mm.

    Und als Aufgabe von unserem letzten Essen wird mein Equipment mal katalogisiert, damit ich mitreden kann !!

    Wünsch dir ein wundervolles Wochenende!

  16. Als ich letztes Jahr im Urlaub war und das beste Foto mit meinem Sony Xperia Handy gemacht habe, wusste ich, dass sich etwas ändern muß. Habe bisher meine Sony A77 genutzt und andere SLRs davor. Für den nächsten Urlaub kaufte ich dann eine Panasonic GF5X und bin super zufrieden. Klein und handlich mit Spaß bei der Bedienung. Jetzt ist es klar: Im Urlaub nehme ich die GF5X (für Tierfotografie habe ich noch ein 100-300mm) und wenn ich bewusst fotografieren fahre, nehme ich die Sony A77 mit dem 18-50 / 2.8 oder das 70-400 für meine Tierfotografie. Und toll ist auch, dass mein Rücken nicht mehr schmerzt! Klar sieht man den Unterschied bei näherer Betrachtung der Bilder, aber hauptsache ist ersteinmal das Foto gemacht zu haben.

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