Im Test… der LG Hom-Bot VR64701LVMP Staubsauger-Roboter und was einen erwartet.

Auf Facebook habe ich vor einiger Zeit um eure Erfahrungen mit Staubsauger-Robotern gebeten um mir ein Bild über den aktuellen Markt und eure bisherigen Erfahrungen damit zu machen. Die Rückmeldungen waren sehr gemischt, von positiv bis negativ, von teuren Modellen bis zu günstigen… und so habe ich eine Weile gebraucht, um mich im Endeffekt für ein spezifisches Modell zu entscheiden. Und hier möchte ich euch meine Beweggründe bei der Modellwahl und meine bisherigen Erfahrungen mitteilen.

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Gleich vorweg…

Wir haben unseren „Wall-E“** noch immer und wir wollen ihn auch nicht mehr missen. Er bewegt sich zwar nicht immer logisch und koordiniert, lässt sich leicht aus dem Konzept bringen, ist aber dennoch eine große Erleichterung im Alltag. Es ist erstaunlich, was der Roboter jeden Tag wegschafft und im Auffangbehälter hat.

Warum ein LG HomBot?

Markführer sind ganz klar die iRobot Roomba. Hier kann man für jedes Budget ein Modell finden. Bis knapp 1000 EUR ist da für jeden Geldbeutel was dabei. Bei meinen Recherchen wurde mir schnell klar, die Modelle im 300er Bereich werden mich nicht glücklich machen. 500 EUR sollte das Budget sein und schnell grenzte sich die Auswahl auf entsprechende Modelle von iRobot und LG HomBot ein. Und dann war es „nur noch“ eine Technologie-Frage:

Der HomBot kommt durch seine Bauform besser in die Ecken, er hat zwei statt nur einer Eckenbürste, das Topmodel ist dann doch günstiger als das vergleichbare von iRobot (LG 580,- zu knapp 650,- bis 780,- beim Roomba 880**) und, was mir am wichtigsten war, der LG Hom-Bot arbeitet mit Ultraschall-Sensoren und vermeidet daher viele (nicht alle) Kollisionen, um sich zu orientieren und sind daher vermeidlich materialschonender. Die iRobot Modelle hingegen erkennen Gegenstände ausschließlich durch Kontakt.

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Nach einigen Youtube Reviews stand meine Entscheidung dann fest und wir bestellten den neusten LG HomBot, den VR64701LVMP** – super einprägsamer Modellname übrigens. NICHT.

Was unsere Erwartungen waren…

Was ich bei meiner Facebook-Fragerunde schnell feststellte war, dass die Vorstellungen und Ansprüche an so einen Staubsauger-Roboter sehr stark auseinander gehen und somit genau davon die Zufriedenheit stark abhängt.

Uns war vorweg schon klar, dass ein Staubsauger-Roboter nicht das händische Putzen ersetzen kann und wird. Wir wollten einfach das Intervall zwischen den gründlichen Reinigungen vergrößern und vermeiden, dass nach einer halben Woche schon die Staubknäule durch die Wohnung rollen. Und bei über 100qm geht man leider nicht mal eben schnell mit dem Swiffer durch.

Wer überhaupt nicht selbst putzen mag, kommt aktuell leider technologisch begrenzt noch immer nicht um eine Putzhilfe in Person herum. Das kommt für uns allerdings nicht in Frage, daher die Kombination aus Staubsauger-Roboter und selber putzen.

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Was einem bevorsteht

Entscheidet man sich für einen Staubsauger-Roboter, gibt es einige Dinge die einen erwarten. Dabei bin ich mir sicher, dass es keine Rolle spielt, für welche Technologie man sich am Ende entscheidet, denn die Erfahrungsberichte gleichen sich in diesen Punkten alle.

  1. Herumliegende Dinge werden entweder zur Falle, umfahren oder durch die Gegend geschoben und alle drei Möglichkeiten sind nicht optimal. Aufräumen kann er sie nicht. Verfängt er sich darin oder fährt sich fest, dann ist es vorbei mit der Reinigung. Umfährt er sie, wird darunter und je nach Position der dadurch entstehende tote Winkel nicht gereinigt, was noch die beste der Konsequenzen ist. Schiebt er die Gegenstände durch die Gegend, muss man sie wieder aufräumen oder je nach dem, gehen sie sogar zu Bruch…
     
  2. Kabel oder Vorhänge können ganz schön hartnäckig bearbeitet werden. Da dies Gegenstände sind die sich mit Sensoren schwer erfassen lassen und die zudem nicht genügend Widerstand bieten um als solches erkannt zu werden, werden sie bis zur Resignation bearbeitet. Im besten Fall gibt der Roboter nach, im schlechtesten das Kabel, der Schnürsenkel oder der Vorhang. (bei uns bisher ganz klar immer der Roboter)
     
  3. Selbst mit Ultraschallsensoren lässt sich nicht jede Kollision vermeiden. Ist ein Gegenstand flacher als die Sensorposition oder wie ein Stuhlbein zu schmal um als ernstzunehmendes Hindernis eingestuft zu werden, dann kommt es doch immer wieder zur Kollision. Hier wird auch gerne mal ein Stuhl durch die Gegend geschoben oder der Fuß einer auf dem Boden stehenden Lampe hartnäckig bestiegen, bis man endlich aufgibt. Anbrüllen bringt in diesem Fall übrigens nichts, hab ich versucht.
     
  4. Und dann ist da noch das Thema mit der Logik. Schickt man den kleinen Helfer los, darf man bei der gewählten Reinigungsreihenfolge der Räume oder Abschnitte keine Logik erwarten. Hier wird eher nach dem Chaosprinzip verfahren oder nach einer, mir bisher noch nicht erkennbaren Logik gearbeitet. Am Ende zählt aber nur, dass überall gereinigt wurde und das ist der Fall. Also entweder still mit einem Lächeln die eifrigen Fahrten des Kollegen beobachten oder während der eigenen Abwesenheit reinigen lassen.
     
  5. Denn nach einer gewissen Eingewöhnungszeit hat der HomBot die heimische Umgebung ausführlich abgetastet und sich intern eine Umgebungskarte angelegt. Durch die beiden eingebauten Kameras kann er sich sogar bei händischem Versetzen nach einer Weile wieder zurechtfinden und orientieren wo er gerade abgesetzt wurde. Und auf einmal fährt der Kleine selbstständig und zielstrebig von einem Arbeitsgebiet zum anderen und nach Beendigung wie selbstverständlich zurück zu seiner Ladeschale.
     
  6. Während der anfänglichen Euphorie schaut man dem Treiben noch gerne mal zu. Aber schnell merkt man, selbst wenn der Saugroboter wirklich leise ist, reicht die Lautstärke noch immer um zu nerven. Entweder man lässt ihn also laufen wenn er alleine in der Wohnung ist oder aber wenn man andere Hausarbeit erledigt, sicher aber nicht wenn man entspannen möchte.
     
  7. Achja und was man noch bedenken muss: Um so intelligenter die Modelle egal bei welchem Hersteller werden, irgendwann kommen Kameras oder andere, optische Sensoren zum Einsatz. Und das hat dann natürlich zur Folge, dass die Helligkeit eine Rolle spielt und der Kleine Licht benötigt um seine Arbeit ordentlich erledigen zu können. Es muss kein Tageslicht sein, kleine Lampen genügen auch aber in Dunkelheit findet er sich eben nicht zurecht.

Was man dafür bekommt

LG_HomBot-8554Schaut man sich nach der Reinigung den Inhalt des Auffangbehälters an, sieht man das Ergebnis der Arbeit. Und bedenkt man, dass diese Roboter nicht für eine Grundreinigung ausgelegt sind, sondern für die regelmäßige (tägliche?) Bodenpflege ist es erstaunlich, dass direkt am nächsten Tag schon wieder die gleiche, recht große Menge im Behälter zu finden ist. Selbst einen Tag nach dem feuchten Wischen findet man schon wieder eine ordentliche Portion Staub im Behälter.

Und das alles eben ohne viel dafür selber machen zu müssen. OK, man muss den Kollegen gelegentlich mal auflesen und befreien, hat man vergessen alles aus dem Weg zu räumen, den ein oder anderen Stuhl muss man wieder an seinen Platz stellen und allabendlich den Auffangbehälter leeren. Aber das ist alles immer noch wesentlich weniger aufwändig als selbst den Staubsauger oder Swiffer zu schwenken. Und das Intervall der händischen Reinigung kann man so ebenfalls gut und gerne halbieren.

Zur Arbeitsumgebung.

Bei uns gibt es keine Teppiche. Im Badläufer hat der Kollege sich festgefahren. Aber das Bad sollte er eh nicht reinigen, daher wird hier einfach die Tür geschlossen. Beim LG Hom-Bot gibt es, im Gegensatz zu den vergleichbaren iRobot Modellen übrigens keine Türmchen oder Magnetbänder mit welchen man einen Bereich aus der Reinigung ausschließen kann. Entweder Tür zu oder etwas in den Weg stellen, dass sind hier die einzigen Lösungen. Uns hat das aber nicht gestört, da wir keinen Fall haben, wo eine Tür das Problem nicht lösen könnte.

Wir haben ca 80-100m² Bodenfläche welche zur automatisierten Reinigung vorgesehen sind (je nachdem ob man die Möbel mit ein- oder raus rechnet) und das geht wunderbar mit einer Akkuladung in ca. 1h Arbeit (geschätzte Zeit). Sollte der Akku aus irgendeinem (Festfahr-)Grund mal nicht reichen, wird einfach selbstständig eine Zwischenladung eingelegt. Anschließend wird die Arbeit ebenfalls selbstständig da wieder aufgenommen, wo sie unterbrochen wurde und beendet.

Zusatzfeatures

Es gibt auch ein paar Zusatzfeatures die ich hier nicht unerwähnt lassen möchte.

LG_HomBot-8548Zum einen kann man die Reinigung automatisch starten lassen. Hierzu programmiert man eine einmalige oder eine tägliche Reinigungszeit. So hochentwickelt das Gerät sein mag, kann man aber nicht sagen er soll Montag bis Freitag reinigen, Samstag und Sonntag aber nicht oder zu einer anderen Zeit. Schade aber man kann sich damit arrangieren. Da man eh nach jeder Reinigung den Behälter leeren muss, programmiere ich dabei immer den nächsten Tag. Komme ich nicht zu leeren, muss die nächste Fahrt eh warten.

Und sollte man mal eine Zwischenreinigung benötigen aber nicht die komplette Wohnung saugen lassen wollen, dann kann man mit der beiliegenden Fernbedienung eine Zone „abfahren“ und schwupps – kommt Wall-E angefahren und reinigt eben diese Zone bevor er sich wieder zu seiner Basis aufmacht.

Ja und was ich noch ganz beruhigen fand, das Modell LG Hom-Bot VR64701LVMP** hat die Möglichkeit, dass man via USB Stick die Firmware updated. Es gibt also immer die Möglichkeit, dass weitere Fehler behoben werden. Ein regelmäßiger Blick auf die Update-Seite empfiehlt sich also.

Fazit

Sicher ist nicht jede Wohnung für einen Staubsauger-Roboter geeignet. Unsere aber zum Glück schon, denn wir wollten auf den kleinen Helfer nicht mehr verzichten. Vor allem nicht, wenn wir beim allabendlichen leeren des Auffangbehälters sehen, was sich in so kurzer Zeit doch schon ansammelt. Natürlich geht das Ganze nicht jeden Tag ohne Zwischenfälle aber trotzdem überwiegt die Erleichterung die das selbstständige reinigen mit sich bringt bei weitem.

Der Preis ist sicher nicht jedermanns Sache und mit knapp 600 EUR in unserem Fall recht teuer. Aber wer das Geld aufbringen kann, solche technischen Spielereien mag und eine Lösung für die tägliche Reinigung sucht, der wird am LG Hom-Bot VR 64701 LVMP** seinen Spaß haben und zufrieden sein. Wir haben es nicht bereut das Geld ausgegeben zu haben.

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4 Gedanken zu “Im Test… der LG Hom-Bot VR64701LVMP Staubsauger-Roboter und was einen erwartet.

  1. Besten Dank für den Bericht.
    Gibt es evt. Erfahrung wenn der Roboter auf zwei Stockwerken eingesetzt wird? Wie läuft da die Optimierung/Scanns der Räume ab?

    • Hallo Christoph,
      ich selbst habe damit keine Erfahrungen aber gelesen, dass das mit umsetzen des Roboters funktioniert. Der merkt sich also wohl auch zwei Ebenen.

  2. Hallo, ausführlicher Bericht! Eine Frage für mich bleibt: wie kommt er mit einer Türschwelle zurecht? Wir haben leider welche und es wäre ausschlaggebend , ob er die meistert … Sie sind ca. 1,8 cm hoch und ca. 12cm breit. Für ein Antwort bedanke ich mich.

    • Hallo Franz, wir haben zu Hause nicht ganz so hohe Schwellen, die meistert der Kollege aber problemlos. Er schafft es aber auch auf einen Lampenfuß hoch zu fahren und der ist höher als 1,8cm. Ich denke also dass er das mit einigem Rumpeln schaffen kann. 1,8cm liegen auch unter den Sensoren, so denke ich auch, dass er hier keine Wand oder Begrenzung sehen wird und es versucht. Allerdings muss ich sagen, dass das nur Vermutungen sind, testen kann ich das leider nicht. Ggf könnte man die Türschwellen durch ca 1cm hohe Vierkannt-Hölzer die den Aufstieg erleichtern, entschärfen. Das ist dann allerdings auch eine optische Frage… Hoffe ich konnte damit etwas weiterhelfen.

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