Im Test… der LG Hom-Bot VR64701LVMP Staubsauger-Roboter und was einen erwartet.

Auf Facebook habe ich vor einiger Zeit um eure Erfahrungen mit Staubsauger-Robotern gebeten um mir ein Bild über den aktuellen Markt und eure bisherigen Erfahrungen damit zu machen. Die Rückmeldungen waren sehr gemischt, von positiv bis negativ, von teuren Modellen bis zu günstigen… und so habe ich eine Weile gebraucht, um mich im Endeffekt für ein spezifisches Modell zu entscheiden. Und hier möchte ich euch meine Beweggründe bei der Modellwahl und meine bisherigen Erfahrungen mitteilen.

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Gleich vorweg…

Wir haben unseren „Wall-E“** noch immer und wir wollen ihn auch nicht mehr missen. Er bewegt sich zwar nicht immer logisch und koordiniert, lässt sich leicht aus dem Konzept bringen, ist aber dennoch eine große Erleichterung im Alltag. Es ist erstaunlich, was der Roboter jeden Tag wegschafft und im Auffangbehälter hat.

Warum ein LG HomBot?

Markführer sind ganz klar die iRobot Roomba. Hier kann man für jedes Budget ein Modell finden. Bis knapp 1000 EUR ist da für jeden Geldbeutel was dabei. Bei meinen Recherchen wurde mir schnell klar, die Modelle im 300er Bereich werden mich nicht glücklich machen. 500 EUR sollte das Budget sein und schnell grenzte sich die Auswahl auf entsprechende Modelle von iRobot und LG HomBot ein. Und dann war es „nur noch“ eine Technologie-Frage:

Der HomBot kommt durch seine Bauform besser in die Ecken, er hat zwei statt nur einer Eckenbürste, das Topmodel ist dann doch günstiger als das vergleichbare von iRobot (LG 580,- zu knapp 650,- bis 780,- beim Roomba 880**) und, was mir am wichtigsten war, der LG Hom-Bot arbeitet mit Ultraschall-Sensoren und vermeidet daher viele (nicht alle) Kollisionen, um sich zu orientieren und sind daher vermeidlich materialschonender. Die iRobot Modelle hingegen erkennen Gegenstände ausschließlich durch Kontakt.

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Nach einigen Youtube Reviews stand meine Entscheidung dann fest und wir bestellten den neusten LG HomBot, den VR64701LVMP** – super einprägsamer Modellname übrigens. NICHT.

Was unsere Erwartungen waren…

Was ich bei meiner Facebook-Fragerunde schnell feststellte war, dass die Vorstellungen und Ansprüche an so einen Staubsauger-Roboter sehr stark auseinander gehen und somit genau davon die Zufriedenheit stark abhängt.

Uns war vorweg schon klar, dass ein Staubsauger-Roboter nicht das händische Putzen ersetzen kann und wird. Wir wollten einfach das Intervall zwischen den gründlichen Reinigungen vergrößern und vermeiden, dass nach einer halben Woche schon die Staubknäule durch die Wohnung rollen. Und bei über 100qm geht man leider nicht mal eben schnell mit dem Swiffer durch.

Wer überhaupt nicht selbst putzen mag, kommt aktuell leider technologisch begrenzt noch immer nicht um eine Putzhilfe in Person herum. Das kommt für uns allerdings nicht in Frage, daher die Kombination aus Staubsauger-Roboter und selber putzen.

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Was einem bevorsteht

Entscheidet man sich für einen Staubsauger-Roboter, gibt es einige Dinge die einen erwarten. Dabei bin ich mir sicher, dass es keine Rolle spielt, für welche Technologie man sich am Ende entscheidet, denn die Erfahrungsberichte gleichen sich in diesen Punkten alle.

  1. Herumliegende Dinge werden entweder zur Falle, umfahren oder durch die Gegend geschoben und alle drei Möglichkeiten sind nicht optimal. Aufräumen kann er sie nicht. Verfängt er sich darin oder fährt sich fest, dann ist es vorbei mit der Reinigung. Umfährt er sie, wird darunter und je nach Position der dadurch entstehende tote Winkel nicht gereinigt, was noch die beste der Konsequenzen ist. Schiebt er die Gegenstände durch die Gegend, muss man sie wieder aufräumen oder je nach dem, gehen sie sogar zu Bruch…
     
  2. Kabel oder Vorhänge können ganz schön hartnäckig bearbeitet werden. Da dies Gegenstände sind die sich mit Sensoren schwer erfassen lassen und die zudem nicht genügend Widerstand bieten um als solches erkannt zu werden, werden sie bis zur Resignation bearbeitet. Im besten Fall gibt der Roboter nach, im schlechtesten das Kabel, der Schnürsenkel oder der Vorhang. (bei uns bisher ganz klar immer der Roboter)
     
  3. Selbst mit Ultraschallsensoren lässt sich nicht jede Kollision vermeiden. Ist ein Gegenstand flacher als die Sensorposition oder wie ein Stuhlbein zu schmal um als ernstzunehmendes Hindernis eingestuft zu werden, dann kommt es doch immer wieder zur Kollision. Hier wird auch gerne mal ein Stuhl durch die Gegend geschoben oder der Fuß einer auf dem Boden stehenden Lampe hartnäckig bestiegen, bis man endlich aufgibt. Anbrüllen bringt in diesem Fall übrigens nichts, hab ich versucht.
     
  4. Und dann ist da noch das Thema mit der Logik. Schickt man den kleinen Helfer los, darf man bei der gewählten Reinigungsreihenfolge der Räume oder Abschnitte keine Logik erwarten. Hier wird eher nach dem Chaosprinzip verfahren oder nach einer, mir bisher noch nicht erkennbaren Logik gearbeitet. Am Ende zählt aber nur, dass überall gereinigt wurde und das ist der Fall. Also entweder still mit einem Lächeln die eifrigen Fahrten des Kollegen beobachten oder während der eigenen Abwesenheit reinigen lassen.
     
  5. Denn nach einer gewissen Eingewöhnungszeit hat der HomBot die heimische Umgebung ausführlich abgetastet und sich intern eine Umgebungskarte angelegt. Durch die beiden eingebauten Kameras kann er sich sogar bei händischem Versetzen nach einer Weile wieder zurechtfinden und orientieren wo er gerade abgesetzt wurde. Und auf einmal fährt der Kleine selbstständig und zielstrebig von einem Arbeitsgebiet zum anderen und nach Beendigung wie selbstverständlich zurück zu seiner Ladeschale.
     
  6. Während der anfänglichen Euphorie schaut man dem Treiben noch gerne mal zu. Aber schnell merkt man, selbst wenn der Saugroboter wirklich leise ist, reicht die Lautstärke noch immer um zu nerven. Entweder man lässt ihn also laufen wenn er alleine in der Wohnung ist oder aber wenn man andere Hausarbeit erledigt, sicher aber nicht wenn man entspannen möchte.
     
  7. Achja und was man noch bedenken muss: Um so intelligenter die Modelle egal bei welchem Hersteller werden, irgendwann kommen Kameras oder andere, optische Sensoren zum Einsatz. Und das hat dann natürlich zur Folge, dass die Helligkeit eine Rolle spielt und der Kleine Licht benötigt um seine Arbeit ordentlich erledigen zu können. Es muss kein Tageslicht sein, kleine Lampen genügen auch aber in Dunkelheit findet er sich eben nicht zurecht.

Was man dafür bekommt

LG_HomBot-8554Schaut man sich nach der Reinigung den Inhalt des Auffangbehälters an, sieht man das Ergebnis der Arbeit. Und bedenkt man, dass diese Roboter nicht für eine Grundreinigung ausgelegt sind, sondern für die regelmäßige (tägliche?) Bodenpflege ist es erstaunlich, dass direkt am nächsten Tag schon wieder die gleiche, recht große Menge im Behälter zu finden ist. Selbst einen Tag nach dem feuchten Wischen findet man schon wieder eine ordentliche Portion Staub im Behälter.

Und das alles eben ohne viel dafür selber machen zu müssen. OK, man muss den Kollegen gelegentlich mal auflesen und befreien, hat man vergessen alles aus dem Weg zu räumen, den ein oder anderen Stuhl muss man wieder an seinen Platz stellen und allabendlich den Auffangbehälter leeren. Aber das ist alles immer noch wesentlich weniger aufwändig als selbst den Staubsauger oder Swiffer zu schwenken. Und das Intervall der händischen Reinigung kann man so ebenfalls gut und gerne halbieren.

Zur Arbeitsumgebung.

Bei uns gibt es keine Teppiche. Im Badläufer hat der Kollege sich festgefahren. Aber das Bad sollte er eh nicht reinigen, daher wird hier einfach die Tür geschlossen. Beim LG Hom-Bot gibt es, im Gegensatz zu den vergleichbaren iRobot Modellen übrigens keine Türmchen oder Magnetbänder mit welchen man einen Bereich aus der Reinigung ausschließen kann. Entweder Tür zu oder etwas in den Weg stellen, dass sind hier die einzigen Lösungen. Uns hat das aber nicht gestört, da wir keinen Fall haben, wo eine Tür das Problem nicht lösen könnte.

Wir haben ca 80-100m² Bodenfläche welche zur automatisierten Reinigung vorgesehen sind (je nachdem ob man die Möbel mit ein- oder raus rechnet) und das geht wunderbar mit einer Akkuladung in ca. 1h Arbeit (geschätzte Zeit). Sollte der Akku aus irgendeinem (Festfahr-)Grund mal nicht reichen, wird einfach selbstständig eine Zwischenladung eingelegt. Anschließend wird die Arbeit ebenfalls selbstständig da wieder aufgenommen, wo sie unterbrochen wurde und beendet.

Zusatzfeatures

Es gibt auch ein paar Zusatzfeatures die ich hier nicht unerwähnt lassen möchte.

LG_HomBot-8548Zum einen kann man die Reinigung automatisch starten lassen. Hierzu programmiert man eine einmalige oder eine tägliche Reinigungszeit. So hochentwickelt das Gerät sein mag, kann man aber nicht sagen er soll Montag bis Freitag reinigen, Samstag und Sonntag aber nicht oder zu einer anderen Zeit. Schade aber man kann sich damit arrangieren. Da man eh nach jeder Reinigung den Behälter leeren muss, programmiere ich dabei immer den nächsten Tag. Komme ich nicht zu leeren, muss die nächste Fahrt eh warten.

Und sollte man mal eine Zwischenreinigung benötigen aber nicht die komplette Wohnung saugen lassen wollen, dann kann man mit der beiliegenden Fernbedienung eine Zone „abfahren“ und schwupps – kommt Wall-E angefahren und reinigt eben diese Zone bevor er sich wieder zu seiner Basis aufmacht.

Ja und was ich noch ganz beruhigen fand, das Modell LG Hom-Bot VR64701LVMP** hat die Möglichkeit, dass man via USB Stick die Firmware updated. Es gibt also immer die Möglichkeit, dass weitere Fehler behoben werden. Ein regelmäßiger Blick auf die Update-Seite empfiehlt sich also.

Fazit

Sicher ist nicht jede Wohnung für einen Staubsauger-Roboter geeignet. Unsere aber zum Glück schon, denn wir wollten auf den kleinen Helfer nicht mehr verzichten. Vor allem nicht, wenn wir beim allabendlichen leeren des Auffangbehälters sehen, was sich in so kurzer Zeit doch schon ansammelt. Natürlich geht das Ganze nicht jeden Tag ohne Zwischenfälle aber trotzdem überwiegt die Erleichterung die das selbstständige reinigen mit sich bringt bei weitem.

Der Preis ist sicher nicht jedermanns Sache und mit knapp 600 EUR in unserem Fall recht teuer. Aber wer das Geld aufbringen kann, solche technischen Spielereien mag und eine Lösung für die tägliche Reinigung sucht, der wird am LG Hom-Bot VR 64701 LVMP** seinen Spaß haben und zufrieden sein. Wir haben es nicht bereut das Geld ausgegeben zu haben.

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** Amazon Affiliate Link

Jesse Marlow – Don’t just tell them, show them

Heute möchte ich ein Foto-Buch vorstellen aus welchem ich ganz bestimmtes für mich selbst mitnehmen konnte. Es handelt sich um Jesse Marlows „Don’t just tell them, show them„. Ich habe ihn letztes Jahr im Rahmen meiner Link Candy vorgestellt und seither bin ich immer wieder auf seinem Portfolio gelandet und mir überlegt sein Buch über Straßenfotografie zu bestellen. Aufgrund des Versands aus Australien habe ich aber immer davor zurückgeschreckt.

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Nicht so aber meine Freundin. Irgendwann später im Laufe des Jahres bekomme ich einen großen Umschlag überreicht und darin war eben jenes Buch. Und noch viel toller, sie hat Kontakt mit Jesse aufgenommen und dieser hat mein Exemplar noch mit einer persönlichen Widmung versehen. Der Versand war nichts für schwache Nerven, denn dieser dauerte mehrere Wochen. Und als das Buch schon fast verloren war und Jesse meiner Freundin noch eine letzte Woche Geduld abgewinnen konnte, kam es dann endlich an. Ihr viel ein Stein vom Herzen, Jesse war erleichtert und ich hab mich riesig gefreut.

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Warum ich diese Vorgeschichte überhaupt erzähle, weil sie im Grunde perfekt zu dem passt, was ich auch so wichtiges aus dem Buch für mich gelernt habe. Während ich so durch die Seiten blättere und die Bilder aufsauge, stell ich mir immer wieder die Frage, wie man solche Momente, Motive und Konstellationen bitte einfangen kann. Es sind eindeutig Zufälle und es muss nicht nur der Bildausschnitt und Fokus passen, sondern auch der Moment und Ort. Und da es sich nicht im bestimmte Ereignisse handelt, kann man auch nicht zwingend absehen oder steuern, dass einem solch ein Moment vor die Linse kommt…

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Die Lösung ist so einfach und doch musste es erst klick machen. Jesses Widmung lautet „Tom, Don’t stop looking!“ und ein weiterer Blick in das Register des Buches zeigt: Es enthält 50 ausgewählte Aufnahmen, welche in einem Zeitraum von 2005 bis 2012, also innerhalb von 7 Jahren entstanden sind. Und Jesse ist seit über 17 Jahren als hauptberuflicher Fotograf unterwegs und in dieser Zeit wann immer es ihm seine Zeit erlaubt auf den Straßen unterwegs um diverse Serien zu verfolgen. Hier gibt es ein ausführliches Interview.

Es braucht einfach Zeit, sehr viel Geduld und Ausdauer. Und in dieser Zeit muss man stets die Augen nach solchen Momenten und Gelegenheiten offen halten. Sie sind selten und man muss sie sammeln. Und am wichtigsten: Fotografieren!

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Crowdfounding: QUIZmag – Ihr seid gefragt…

Ich bin gerade im Urlaub und da dachte ich mir, zur Überbrückung der kleinen Pause, stell ich euch ein cooles Vorhaben von Maik vor. Maik hat sich vor kurzem als Fulltime-Blogger selbstständig gemacht und hegt seit Ende letzten Jahres schon eine tolle Idee. Nach einiger Reifezeit und reichlich Vorarbeiten ist es nun endlich soweit, die Startnext Crowndfounding Kampagne zum weltweit ersten Lifestyle und Pop-Kultur Rätselmagazin ist angelaufen. QUIZmag soll es heißen!

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Die 100 Fans die es braucht, um die Finanzierungsphase der Kampagne starten zu können, hatte Maik in kürzester Zeit zusammen und so geht es nun in die heiße Phase. Damit die erste Ausgabe des QUIZmag erscheinen kann, benötigt es ein Budget von 10.000,- EUR und die gilt es nun zu finanzieren. Und hier kommt ihr ins Spiel…

Findet ihr die Idee geil, ein Rätselheft mit klassischen aber auch neuen Rätselideen rund um Themen wie Musik, Serien, Filme und Themen die uns eh interessieren, gespickt mit Interviews, tollen Bildern und Hintergrundinfos in den Händen zu halten? Dann helft Maik bei seinem Vorhaben und sichert euch die Erstausgabe oder sogar ein Lifetime-Abo!

Jahreschronik 2013

Letztes Jahr habe ich einen Jahresrückblick via Blogpost erstellt. Ganz schön so, auch für mich selbst nochmal das Jahr Revue passieren zu lassen, denn vieles gerät in Vergessenheit. Aber warum einen Blogpost erstellen, wenn man doch auch im Archiv stöbern kann? Und so habe ich dieses Jahr einen etwas anderen Rückblick für mich entdeckt und möchte den von nun an beibehalten.

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Ich habe eine Jahreschronik bei Cewe erstellt. Ein Buch, voll mit Bildern meines Jahres 2013. Bevor ich mit dem Buch angefangen habe, war ich noch der Meinung, in 2013 doch leider gar nicht so viel erlebt zu haben, wie ich es mir doch vorgenommen hatte. Aber schaut man sich dann sein Fotoarchiv so durch und sortiert die Bilder für die Chronik heraus, dann merkt man, was man eigentlich alles über das Jahr gemacht hat.

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Noch beeindruckender wird das Ganze, wenn mann dann seinen eigenen Wälzer in der Hand hält. Ich habe mit Absicht das große DinA4 Querformat gewählt und je Seite auch nur ein Bild platziert. Das hatte zwar zur Folge, dass ich bei rund 150 Seite endete aber um so überwältigender wirkt die Chronik beim Betrachten. Erstellen kann man das Buch entweder am Rechner oder mittlerweile auch bequem auf dem Tablett mit der Cewe Fotowelt App.

Ich habe auch festgestellt, dass sich die Personen beim Betrachten eines Buches auch wesentlich bewusster mit den Bildern befassen, als wenn man die selben Bilder z.B. auf dem iPad zeigt. Hier wird doch wesentlich schneller durch die Bilder gezappt, wohingegen beim Buch sehr häufig noch Fragen gestellt werden oder Gespräche angezettelt und Geschichten erzählt werden.

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Dazu hat auch beigetragen, dass ich bewusst unter den Bildern weder Zeit noch Ort oder andere Angaben geschrieben habe. Alle relevanten Infos befinden sich auf den letzten Seiten des Buches.

Es gibt im Nachhinein natürlich einige Dinge, welche ich anders oder besser machen würde. Natürlich muss man erst Fehler machen um sich für das ein oder andere bewusst zu entscheiden. Im Großen und Ganzen bin ich aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis meines ersten Werkes und werde von nun an versuchen, jedes Jahr eine Chronik zu erstellen. Das Geld ist nämlich bestens investiert!

Habt ihr selbst schon mal eine Jahreschronik erstellt oder mit dem Gedanken gespielt? Habt ihr weitere Tipps, Erfahrungen oder Ideen? Ab damit in die Kommentare.

Mit freundlicher Unterstützung von Cewe

(M)ein Gedankengang und die aktuelle Entwicklung auf dem Kameramarkt…

Das ich mich derzeit in einem Selbstfindungsprozess bzgl. meiner Fotografie befinde, das hat man hier und da ja schon mitbekommen. Um so interessierter beobachte ich die aktuellen Entwicklungen und Tendenzen auf dem Kameramarkt. Ich selbst habe durch meine Outdooraktivitäten immer seltener meine große DSLR, die Canon 5D Mark III mitgenommen. Meistens haben mir die S110 oder G16 vollkommen ausgereicht und durch die wesentlich einfachere Transportmöglichkeit habe ich auch häufiger zur Kamera gegriffen. Aber alles der Reihe nach…

Ausschlag hat bei mir ein 8 stündiger Klettersteig mit 8 Kilo Kameraequipment (+3l Trinken +Essen + Kletterausrüstung) gegeben. 8 kg Equipment, welches ich quasi nicht aus dem Rucksack genommen habe, weil ich alleine vom rumschleppen schon so davon genervt war. Ich wollte natürlich für jeden Anlass die richtige Linse dabei haben. Lediglich das Stativ habe ich mir gespart. So ein Bullshit. Wie viel einfacher wäre mir der Klettersteig gefallen. Wie viel mehr hätte ich mich auf das wesentliche konzentrieren können. Und wie viel mehr Bilder hätte ich mit einer kleineren Kamera um den Hals gemacht. Danach habe ich mir geschworen, ich werde nie wieder ohne triftigen Anlass so ein üppiges Equipment mitschleppen. Ist ein Shooting geplant – OK. Aber nicht bei so einer Aktion.

Sich lösen…

Klar, man spart gefühlt eine Ewigkeit um sich sein Traum-DSLR-Setup zusammen zu stellen. Also will man dann auch möglichst viel damit fotografieren und hat vor allem ein schlechtes Gewissen, es nicht immer und überall, wo fotografiert wird, einzusetzen. Löst man sich aber erst einmal davon, die eifrig zusammengesparte DSLR Ausrüstung als den heiligen Gral und einzig wahre und ernst zunehmende Möglichkeit zur Fotografie zu sehen. Hat man die Entbehrungen die man dafür eingegangen ist erst einmal vergessen. Macht man sich frei davon ein schlechtes Gewissen zu haben, das ach so teure Equipment mal zu Hause zu lassen, dann wird vieles einfacher… Denn oft geht es darum, einfach den Moment einzufangen. Wie auch Jeriko so treffend schreibt, es geht ums Bild! Und hier passen zwei Zitate perfekt:

„Die besten Bilder sind die die man macht.“ ~ unbekannt (Danke Heinz)

und

„The best camera is the one that’s with you.“ ~ Chase Jarvis

Weitergedacht…

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aufgenommen mit Canon Powershot N

Ich habe also angefangen, hier und da nur eine kleine Kamera einzupacken. Und siehe da, ich hatte sie viel lieber dabei, sie fiel mir nicht zur Last. Ich hatte sie wesentlich häufiger in der Hand und habe deutlich mehr und oft auch wertvollere Aufnahmen damit gemacht. Es wurde immer selbstverständlicher die Kamera einzupacken und im Urlaub hatte ich sie auf einmal ohne nachzudenken, jeden Tag um den Hals. Aber im Gegensatz zu vorher, war es keine 5kg Kamera, die jeden verschreckt sobald man sie angesetzt hat, sondern es war eine kleine, unauffällige Kamera. Eine die von vielen gar nicht wahr- oder all zu ernst genommen wurde. Und auf einmal war niemand in meiner Umgebung genervt, dass ich mein Objektiv wechseln oder meine Kamera ein- bzw wieder auspacken musste. Keiner hat sich von der Kamera bedroht gefühlt. Niemand hat es für nötig gehalten sich zu verstellen. Ich musste nicht ständig einen Rucksack oder Tasche voll Zubehör rumschleifen, konnte mich freier bewegen. Die Kamera auch mal baumeln lassen und einfach den Moment genießen.

Keines der Bilder in diesem Post (und auch seit langem keines mehr auf dem Blog) ist mit meiner großen DSLR aufgenommen. Kameras waren u.a. iPhone 5s, Powershot N, S110, G16 etc.

Der Kameramarkt – Entwicklung und Tendenz

Und wie ich mich so in meinem Prozess langsam wieder finde und immer wohler fühle, zeichnet sich auf dem Kameramarkt eine sehr interessante Entwicklung ab. Die quasi tot geglaubte Marke Olympus bringt ihr OMD System heraus und betreibt so offensives Marketing, dass fast jeder zweite bekanntere Fotograf auf einmal sein bisheriges Setup QuoteersetztQuote. Fuji baut die Idee der x100 (die ich für kurze Zeit mal hatte) immer weiter aus und auf einmal gibt es 6 oder 7 Modelle wie X-T, X-E, X-A, X-Pro, X-M, was auch immer und keiner blickt mehr durch (ich zumindest nicht). Sony haut noch einen drauf und packt seinen Vollformat-Sensor in ein quasi NEX Gehäuse und dann kommt Nikon mit ihrer Df und lacht alle aus!

Warum? Weil alle außer Nikon auf einen EVF (Electronical ViewFinder) setzen und wer aus dem DSLR Lager kommt und schon mal in einen dieser winzig kleinen Suchermonitore (oder wie es der wehte Stilpirat so treffen bezeichnet: Mäusekino) geschaut hat, wird vielleicht, wie ich und viele Andere feststellen, dass das nicht mehr viel mit Gefühl zu tun hat, was man darin sieht. Ich will nicht lange über EVF lamentieren aber ich denke, das ist, egal wie hochauflösend die Minidisplays auch werden, eine absolute Sackgasse und vernichtet jegliches Gefühl beim Fotografieren. Zumindest werde ich nicht warm mit diesen Dingern. Und einzig Nikon war im Stande den obligatorischen Vollformat-Sensor in ein kompakte (sogar retro) Gehäuse zu packen und einen klassischen optischen Sucher zu verbauen. Das Ganze sieht aus, wie damals die analogen SLR Kameras aussahen, vollgestopft mit aktuellster Technik. So muss das sein! Da wollen wir hin! Und so kann ich euch wärmstens Steffens Gedanken zur Df ans Herz legen.

Und dann beobachtet man da noch eine kleine, fast kaum beachtete Tendenz, weg von all den Automatik-Modi, Panik Programmen, Kreativ-, Sport- und Landschafts-Voreinstellungen, hin zum Ursprung. Die Df, wie sicher auch einige andere oben aufgezählte Modelle, gehen immer weiter dazu über, Einstellungen wie Zeitvorwahl, Belichtungskorrektur, Iso-Werte etc. auf praktisch und griffbereite Wahlräder zu platzieren, die sich schnell und blind bedienen lassen und einen direkten Eingriff ins Geschehen und die Bildentstehung ermöglichen. Diese Arbeitsweise haben viele schon lange – fotografieren im Manuellen Modus – aber bisher musste man viele dieser Einstellungen über das Menü oder Multifunktions-Wahlräder einstellen. Man konzentriert sich also wieder mehr auf das Fotografieren, beschäftigt sich mehr mit dem eigentlichen einfangen des Lichtes und setzt sich bewusster mit der vorherrschenden Lichtsituation auseinander als sich in den Tiefen irgendwelcher Menüs und Kreativprogrammen zu verlieren.

Und dann ist da natürlich noch Leica, die sich jetzt zurücklehnen und sagen, das alles schon lange zu wissen, sich nie Stress gemacht haben, irgendeinem Trend hinterher zu rennen, viel zu spät in die digitale Welt eingestiegen sind und sich dann anfangs auch noch anhören mussten, auf veraltete Sensoren oder Displays zu setzen. Die Kameras mit Preisen, die jenseits von Gut und Böse sind, man sich aber nicht darum schert, denn die Produktion ist so limitiert, dass man dennoch keine Ladenhüter produziert. Und man kauft mit der Kamera ja schließlich ein Lebensgefühl und das funktioniert bei Marken wie Harley, Apple und Co ja auch wunderbar. Man macht seit jeher sein eigenes Ding, setzt auf den Messsucher und muss sich somit um so viele Probleme gar nicht kümmern. Autofokus wird eh überbewertet und die Blendenvorwahl war ja eh schon immer an den Linsen, genau wie das Wahlrad für die Belichtungszeit auf dem Kamerabody. Ob man Leica nun liebt oder hasst, es spielt gar keine Rolle. Das rumgehacke auf einer Marke ist bei keiner Anderen so ausgeprägt wie hier. Das Contra-Lager lässt sich am Ende immer in zwei Gruppen teilen. Denen, welchen die Technik nicht zu den eigenen Anforderungen passt und die eine Leica einfach nicht in Erwägung ziehen und den Anderen, die, nachdem alle vorgeschobenen Argumente beseitigt sind, nur noch der regelrechte und oft substanzlose Hass auf die Preispolitik und -entwicklung als letztes lauthals raus geblöktes und aufgezwungenes Argument übrig bleibt. Hatten wir alles schon bei Apple und interessiert da heute auch keinen mehr.

Achtung: der obige Abschnitt wurde mit einer extra Priese Zynismus gewürzt!

Ja und Canon? Canon spielt das Spiel bislang noch nicht mit. Ob man hier einen Trend verpasst, auf das falsche Pferd gesetzt oder noch was in Petto hat, auf das wir alle gespannt sein dürfen, das weiß ich nicht.

Aber ich bin gespannt wohin die Reise noch gehen wird!  Ich finde die aktuellen Entwicklungen und Tendenzen sehr spannend. Nicht zuletzt weil sie in genau die Richtung gehen, in die sich auch meine (und offenbar nicht nur meine) Vorlieben zu entwickeln scheinen.

Habt ihr euren Weg gefunden? Was sagt ihr zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Kameramarkt? Ich freue mich über jedes Feedback und weitern Input. Ab in die Kommentare damit!

Was mich inspiriert…

Wer kennt das nicht… immer wieder flaut die Lust am Fotografieren ab. Man ist nicht mehr zufrieden mit dem was man macht. Nicht weil es technisch nicht in Ordnung wäre. Viel mehr findet man sich in seiner eigenen Arbeit nicht wieder. Man hat sich satt gesehen. Es macht kein Spaß mehr. Man hat Lust auf was Neues. Auf Veränderung. Oft verlaufen Veränderungen fließend, manchmal aber eben auch nicht. Das eine Thema läuft aus und es wartet nichts Neues…

Was man dann braucht, sind Inspiration und neue Motivation. Ein Thema welches einen interessiert und packt. Eine Herausforderung, auf die man so richtig Bock hat. So ging es mir mit der Fotografie die letzte Zeit. Durch den Winter war ich nicht mehr so viel draußen unterwegs, es ergaben sich nicht mehr so viele Möglichkeiten die Kamera einfach mal auszupacken und unkompliziert das festzuhalten, was man gerade erlebt. Und als der aufgestaute Puffer an Bildmaterial und Themen so langsam leer gelaufen war, musste neue Motivation her. Und genau in diesem Moment, haben mich zwei Dinge so richtig gepackt.

Mit Marteria zum Glück in die Zukunft II

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Das Bildband zur Weltreise, welche Paul Ripke und Marteria anlässlich des neuen Albums „Zum Glück in die Zukunft II„** gemacht hatten. Ein Bildband vollgepackt mit Momentaufnahmen, stimmungsvollen Szenen und Bildern, die in mir sofort die Reiselust geweckt haben. Es sind keine Hochglanz-Studioaufnahmen oder Langzeit-Landschaftsaufnahmen. Es sind Bilder, die den Eindruck erwecken, mit auf die Reise genommen zu werden. Mitten drin zu sein. Stimmungen erzeugen und eigene Erinnerungen wecken. So perfekt unperfekt, dass es mich wieder daran erinnert hat, warum ich eigentlich am liebsten fotografiere und welches die Bilder sind, die ich auch nach langer Zeit noch am liebsten anschaue.

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Das sind nämlich in meinem Fall nicht die Studioshootings, sondern eben genau die Bilder, die mich an meine Reisen, tolle Abende und unvergessliche Momente und Erlebnisse erinnern. Diese Bilder macht nicht der einwandfreie Bildaufbau, die richtige Belichtung oder die genau sitzende Schärfe perfekt, sondern die Erinnerung, welche man mit ihnen verbindet und die Emotion, welche man damit beim Betrachter auslöst.

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Genau dass hat Paul mit seinem Bildband (mal wieder) geschafft und genau das will ich mehr den je machen! Danke Paul! Danke Marten!

Woher zieht ihr eure Inspiration und Motivation? Könnt ihr meinen Gedankengang nachvollziehen oder seid ihr komplett anderer Meinung. Habt auch ihr ein Bildband, welches euch zuletzt so richtig geflasht hat?