Die Heydays, Palm Valley & der Dreher!

Vor kurzem haben meine beiden lokalen Lieblingsbands zusammen an einem Abend gespielt und so habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch meine Kamera mit auf das Double-Feature zu nehmen, um ein paar Impressionen festzuhalten. Und nicht genug die beiden Bands an einem Abend zusammen sehen zu können – nein! – auch ein echtes karlsruher Urgestein gesellte sich noch dazu. “Der Dreher” gab sich die Ehre und feierte mit uns!

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Die Heydays findet ihr auf Facebook, im Netz und die aktuelle Platte findet ihr auf Bandcamp.

Palm Valley findet ihr ebenfalls auf Facebook, im Netz und die aktuellen Aufnahmen auf Soundcloud.

Und die Bilder des Abends…

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Und wer den Dreher nicht kennt, sollte sich mal folgende Reportage über ihn anschauen! Ein Urgestein und Unikum. Gehört zur karlsruher Musikszene wie die Pyramide oder das Schloss zum Stadtbild.

Die Straßen von Valencia

Während ich zu Las Fallas in Valencia war, waren die Straßen voll mit den unterschiedlichsten Leuten und nicht so alltäglichen Szenerien. So bin ich natürlich auch mit einigen Bildern zum Thema “Street” nach Hause gekommen, die ich hier zeigen möchte.

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Vielen ist Valencia zudem für seine Streetart bekannt. Nicht die üblichen Graffiti die viele von der heimischen Haltestelle kennen. Nein. Hier sind echte Künstler am Werk und man bekommt die ganze Palette an Techniken und Stilen zu sehen. Nach wenigen Tagen erkennt man die Handschrift der Künstler wieder und findet immer wieder Serien. Hat man etwas für Kunst dieser Art übrig, wird man hier Tage verbringen können und immer noch neue Arbeiten finden, bewundern und fotografieren können.

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Tropfenfotografie mit dem Raspberry Pi

Zum letzten Friday Night Shoot haben Markus und Lennart ihre Stationen zur Tropfenfotografie im Studio aufgebaut und einen kleinen Workshop dazu gegeben. Von der Planung über die Theorie bis zur praktischen Umsetzung mit eigenen Ergebnissen sollten keine Wünsche offen bleiben. Und da Tobis Raspberry Pi Projekt hier so gut ankam, konnte ich auch Markus für einen Gastbeitrag zur Tropfenfotografie mit dem Raspberry Pi gewinnen.

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Dies ist ein Gastartikel von Markus May

Als begeisterter Makro-Fotograf kam ich irgendwann auch auf die Idee mich mit Wassertropfen zu beschäftigen. Erste Versuche mit mit einer Plastiktüte, die von der Decke hängt und bei der ich die Kamera von Hand auslösen musste, waren sehr Zeitintensiv und von wenig Erfolg gekrönt. Als ich 2013 einen Vortrag von Tobias Bräuning hören durfte, wuchs der Wunsch weiter solche Fotos selbst zu machen. Als ich dann noch einen Raspberry Pi geschenkt bekommen habe, musste ich die ganze Sache konkret angehen. Schnell wurde ich fündig und so habe ich mich überwiegend an die Anleitung von David Hunt gehalten.

Die Schaltung, der Aufbau und das Programm

Gehirn und Schaltzentrale meines Aufbaus ist wie schon erwähnt ein Raspberry Pi Model B+**. Die angesteuerten Ausgänge wiederum sind auf einem Experimentierbrett (Breadboard)** mit den nötigen Schaltungen verkabelt, welche wiederum die beiden Magnetventile zur Tropfenerzeugung, die Kamera auslösen und die Blitze via angehängtem Funktrigger** ansteuern.

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Mit ein paar Dachlatten, Schauben und Brettern habe ich ein Gerüst für den Aufbau und aus PET Flaschen, etwas Aquariumschlauch und zwei Alurohren habe ich zwei Mariottesche Flaschen gebaut. Diese braucht es, um eine ständig gleiche Fließgeschwindigkeit zu erhalten, unabhängig vom Füllstand der Flasche.

Tropfen_RPi-7091Da nun die Schaltung stand ging es nun an die Ansteuerung bzw. Programmierung aller Komponenten. Da der Raspberry Pi ein eigenständiger kleiner Rechner ist, lässt sich an ihm ein Monitor, Tastatur und Maus anschließen und somit auch ein kleines Programm entwickeln. Ich möchte jetzt nicht zu tief in die Programmierung einsteigen, deswegen hier nur der theoretische Aufbau.

  • Kamera auslösen, Belichtungszeit 1 sek
  • Warten
  • Ventil für wenige Millisekunden öffnen, Dauer bestimmt die Größe des Tropfens
  • Warten
  • Zweites Ventil für wenige Millisekunden öffnen
  • Warten
  • Blitze auslösen (hier entsteht das eigentliche Bild)
  • Kamera schließen

Im Programm kann man jedem der oben aufgezählten Punkte eine Zeit mitgeben. Und genau diese Zeiten sind es, mit denen man experimentieren muss um am Ende das gewünschte Ergebnis zu bekommen.

Die Praxis

DropShotGif1_1000_500Da nun alles stand, brauchte es nur noch Zeit und viel Geduld. Zuerst ging es darum saubere einzelne Tropfen zu erzeugen. Hier spielen maßgeblich die Dauer, die das Ventil offen ist, der Wasserdruck, sowie die Konsistenz des Wassers (hierzu später mehr) eine Rolle. Ist dieser Tropfen gefunden, kann man sich auf die Suche nach dem Einschlag auf der Wasseroberfläche machen, danach folgt die Krone und zu guter Letzt die Säule. Letzteres ist mein erstes Zwischenziel zum gewünschten TaT, “Tropfen auf Tropfen” wie man im “Fachchargon” sagt. Nun folgt der eigentlich schwierigste Teil, da man einen zweiten Tropfen genau so schalten muss, das dieser exakt am höchsten Punkt des ersten Tropfen einschlägt, um dann die gewünschte Skulptur zu erzeugen. Hat man diese jedoch einmal gefunden, lässt sich diese beliebig oft wiederholen, vorausgesetzt die Parameter bleiben ähnlich.

Nach mehreren erfolgreichen Versuchen mit reinem Wasser ging es daran, die Konstellation zu verändern. Wir wollten buntes Wasser, größere Tropfen und somit spektakulärere Skulpturen. Zum Einfärben haben sich in Wasser aufgelöst Wasserfarben als gut erwiesen. Aber auch Milch oder Sahne lassen sich über die Lichtfarbe effektiv verändern. Um die Konsistenz des Wassers zu verändern haben wir uns Guarkernmehl aus dem Reformhaus bedient. Es dickt das Wasser an, sodass sich größere Tropfen erzeugen lassen. Zudem entstehen beim Kollidieren der Wassertropfen konstantere Wassernetze/-flächen.

Was nun noch fehlt ist eine ansprechende Beleuchtung und Perspektive/Bildausschnitt. Für die Beleuchtung wird auch im Studio mit Systemblitzen gearbeitet, da diese die benötigte kurze Abbrenndauer haben um den Tropfen und somit das Bild scharf und ohne Bewegungsunschärfe einzufrieren. Hier habe ich mir farbige Folien besorgt, die ich vor den Blitzen anbringen kann. Hier werden mindestens zwei Blitze verwendet, einen zur Ausleuchtung/Einfärbung des Hintergrunds und einen zum festhalten/einfrieren der Wassertropfen. Bei Ausleuchtung, Bildausschnitt, Hintergrund, Spiegelung kann man nun seiner Kreativität freien Lauf lassen.

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Workshop Resümee

Nach mehreren Abenden zuhause und gemeinsamen mit Lennart, an denen wir unsere Erfahrungen austauschten und Aufbauten verbesserten, wurden wir von Tom gefragt, ob wir nicht einen Workshop halten wollten. Er musste uns nicht lange bitten und so fand beim letzten Friday Night Shooting bei den LightGIANTS unser Workshop statt.

Nachdem Lennart und ich unsere Apparaturen aufgebaut hatten, erläuterten wir den Teilnehmern die Schaltungen, unsere Herangehensweise und das Programm zur Steuerung. Schnell fanden sich alle zurecht und fingen an mit unserer Unterstützung eigene Ideen umzusetzen. Gemeinsam feilten wir am Timing, der Kameraposition, dem Blitzaufbau, diskutierten angeregt über die Möglichkeiten und hatten einfach einen tollen Abend zusammen.

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Lennart hat das Ganze mit einem Arduino realisiert und seine Erfahrungen hier veröffentlicht.
Christine, von der die Ergebnisbilder in diesem Beitrag sind, hat ihre Erfahrungen hier geschildert.
Die Behind the Scenes Bilder in diesem Beitrag sind von Tom.

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Valencia während Las Fallas – der Reisebericht

Las Fallas… Die was??? Genau das habe ich auch gefragt, als ich das erste Mal davon gehört habe…

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Las Fallas de Valencia

Von Pamplona mit seinen Stieren oder dem ebenfalls in Valencia stattfindenden “La Tomatina” hat man schon mal gehört. Von “Las Fallas” hörte ich aber das erste Mal und nachdem ich es gegoogelt habe, hat es mich um so mehr gewundert…

Las Fallas ist ein alljährliches Frühlingsfest, welches in Valencia und Umgebung stattfindet und das zweitgrößte Folksfest Spaniens ist. Es dauert knapp eine Woche und die Hauptattraktion stellen wohl die rund 800, teils haushohen namensgebenden Pappmachéfiguren – die Fallas – dar, welche die ganze Stadt schmücken. Diese zeigen bestimmte Mottos oder aktuelle Themen aus der Presse und Politik und sind am ehesten mit den Umzugswagen beim rheinländischen Karneval zu vergleichen. Dazu tägliche Feuerwerke und ausgelassene Feierei. In diesen Tagen kommt der innerstädtische Verkehr nahezu zum Erliegen.

Bei der zweitägigen Prozession Ofrena de Flors zu Ehren der Schutzpatronin der Stadt,ziehen mehr als 100.000 Männer, Frauen und Kinder in üblichen Trachten durch die Straßen Valencias bis hin zum Plaza de la Virgen. Dort schmücken sie mit mitgebrachten Blumensträussen eine 14 Meter hohe Statue der heiligen Jungfrau aus. So entsteht nach und nach eine beeindruckende Blumenstatue, die schon von weitem duftet.

Zudem ziehen täglich Musikzüge durch die Straßen Valencias und es finden drei mal täglich atemberaubende, markerschütternde und ohrenbetäubende Feuerwerke in einer unvorstellbaren Dimension statt, wie ich sie noch nicht gesehen oder gehört habe.

Höhepunkt und festlicher Abschluss des Festes allerdings, ist die Nacht von Donnerstag auf Freitag – La Cremà. Hier werden, nachdem die schönste Figur gekürt und preisgekrönt wurde, alle Figuren in der Stadt nebst einem Feuerwerk angezündet und verbrannt. Und das dass bei einer haushohen Figur aus Holz und Pappmaché ein ordentliches Feuer gibt, kann man sich vorstellen.

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Valencia

Aber auch sonst hat Valencia einiges zu bieten. Neben einmaliger moderner Architektur und einer wunderschönen Altstadt, allerhand Sehenswürdigkeiten und vor allem einem Stadt-Strand. Auch die unzähligen Kirchen, das ein oder andere Museum, der Nordbahnhof so wie die vielen Plätze wie z.B. der Plaza del Ayuntamiento mit seinen beeindruckenden Bauten sind sehenswert.

Hier aber noch ein paar besondere Highlights…

Mercat Central

Eine Markthalle im Jugendstil sieht man nicht alle Tage und sollte man sich bei einem Besuch der Stadt definitiv nicht entgehen lassen. Täglich von 7:00 bis 15:00 Uhr geöffnet tummeln sich Unmengen von Menschen durch die Gassen der Stände. Eine Kulisse wie sie im Buche steht. Von Meeresfrüchten, Obst und Backwaren über Fleisch, Wurst und Gemüse bleibt hier kein Wunsch unerfüllt. Diese Düfte, Farben und überall etwas zu entdecken. Unbedingt die Kamera einpacken!

Turia

Valencia_Fallas-3283Früher floss hier der Río Turia durch Valencia. Da es aber regelmäßig zu Überschwemmungen der Stadt kam, bei denen nicht nur Sach- sondern regelmäßig auch Personenschäden entstand, beschloss man in den 1960ern den Fluss umzuleiten. So fließt er heute 3 km südlich an der Stadt vorbei. Das ehemalige Flussbett wurde dann in den 1980ern konsequent zu einer Parkanlage umgebaut. In dieser entstand auch die recht bekannte Kulisse Valencias, die Ciudad de las Artes y de las Ciencias (Stadt der Künste und der Wissenschaften) mit den futuristischen Bauten des Architekten Calatravas. Und auch die vielen Brücken aus allen Epochen sind definitiv sehenswert!

Ciudad de las Artes y de las Ciencias (Stadt der Künste und der Wissenschaften)

Hier ist vor allem die Kulisse und der Anblick der Bauten das besondere. Man kommt sich vor wie auf einem Ladeplatz zwischen verschiedenen Raumschiffen. So wirken die Gebäude mit ihren außergewöhnlichen Formen. Im Inneren verbergen sich aber so banale Dinge wie ein 3D Kino, ein Technikmuseum (dessen Besuch man sich getrost sparen kann, wenn man älter als 14 ist), ein Tenniscourt, eine Open Air Disco und nicht zuletzt natürlich das bekannte L’Oceanogràfic – ein riesiges Ozeaneum.

Jardín Botánico (Botanischer Garten)

Die Universität von Valencia hat diesen Botanischen Garten bereits im 16. Jahrhundert angelegt. Seit dem 18. Jahrhundert an seinem jetzigen Standort nahe der Altstadt kurz nach den ehemaligen Stadtmauern zu finden. Dieser lädt zum Schlendern ein und bietet einen perfekten Fleck der Ruhe mitten im Getümmel der Stadt.

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Resümee

Leider hatten wir nur die ersten beiden Tage sonniges Wetter. Der Rest der Woche war dann eher durchwachsen. Aber selbst abgesehen davon war mir nach der Woche klar, warum Las Fallas nicht jedermanns Sache und wohl daher nicht so bekannt ist. Rund um die Uhr Musik, Feuerwerke, Geböller und ausgelassene Feierei. Die meisten Straßen, Sehenswürdigkeiten und Geschäfte sind in dieser Zeit geschlossen. Die ganze Stadt im Ausnahmezustand und nur für eingefleischte Fans mehr als 2-3 Tage am Stück zu ertragen.

Und trotzdem konnten wir noch einige andere Flecken und Seiten von Valencia kennenlernen, auch wenn diese in der Las Fallas Woche schwer auszumachen waren. Einen Besuch ist die Stadt allemal wert. Ob nun zu Las Fallas oder lieber mit warmer Sommersonne, dass muss jeder selbst entscheiden.

Ringlicht und Messsucher-Kamera…

Früher wollte ich immer einen Ringblitz haben… die waren aber soooo teuer, unhandlich und speziell, dass ich selbst als ich ein Gemeinschaftsstudio hatte, nie ernsthaft über eine Anschaffung nachgedacht habe. Dann gab es irgendwann den Roundflash und ich hatte die für mich perfekte Lösung gefunden. Die würde ich auch heute noch benutzen, hätte ich nicht irgendwann das Kamerasystem gewechselt. Für den typischen Look hatte ich schon immer was übrig und am liebsten mit Offenblende kombiniert. Und so musste eine Messucher-Taugliche Lösung her.

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Fündig wurde ich dann nach einigen Irrwegen und Versuchen in den einfachen 65W Ringleuchten, welche man von diversen Herstellern um die 130,- EUR** bekommt. 65Watt, 5500k (Farbtemperatur wie Tageslicht), eine einzelne (!!1!!) Röhre und einen Außendurchmesser von ca. 48cm, Innendurchmesser rund 38cm. Das tolle bei der Größe ist, dass die Reflexion der Ringleuchte bei einem klassischen Portrait nun perfekt die Pupille des Modells umschließt. Bei den meisten anderen Lösungen waren die Ringe kleiner und oft nur als Punkte in der Pupille zu sehen.

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Im Test… Eizo CS240

Vor einer Weile wurde ich von Eizo gefragt, ob ich denn nicht den auf der Photokina neu vorgestellten Monitor CS240 für eine Weile in meinem Workflow ausprobieren möchte. Dass Eizo einer der Hersteller ist, wenn es um Monitore zur Bildbearbeitung geht, das ist sicher bekannt. Erschwinglich oder rentabel waren die Monitore aber bisher nur für wenige. Was am CS240** so besonders ist, dass Eizo mit diesem ColorEdge Modell erstmals in die Preisrange deutlich unter 1000,- € geht und somit auch für den schmaleren Geldbeuten erschwinglich und interessant wird. Die Unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 699,- €. Aber eins nach dem anderen…

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Eckdaten und Besonderheiten

Das Datenblatt möchte ich hier nicht zitieren aber ein paar mir wichtige Eigenschaften aufzählen. So ist der Monitor mit seinen 24″ Wide-Gamut-Display, LED Hintergrundbeleuchtung und einer Auflösung von 1920×1200 auch in der Praxis ausreichend groß. Die Liste der Features ließt sich toll: Digital Uniformity Equilizer, 16-Bit-LUT, Color Navigator usw. aber ich möchte es mal mit meinen Worten sagen…

  • Es wurde auf eine möglichst homogene Hintergrundbeleuchtung geachtet. Damit an jedem Punkt des Displays, auch in den Ecken und Rändern, die gleichen Farbabbildung und Helligkeit dargestellt wird.
  • Die 16-Bit-LUT (Look-Up-Table) sorgt dafür, dass ausreichend Farbtiefe dargestellt werden kann und so auch in dunklen Bereichen keine Farbabrisse zu sehen sind. Office Monitore fahren hier lediglich mit 10-Bit auf.
  • Was mir am wichtigsten war: der Monitor bietet die Möglichkeit der Hardware-Kalibrierung. Das heißt im Klartext, dass man die Ergebnisse, welche man mit dem optional erhältlichen Ex-2 Sensor und der kostenfreien Software erhält, via USB Schnittstelle direkt im Monitor speichern kann und dieser demnach auch ohne Software seine Kalibrierung behält.
  • Und durch das Wide-Galmut Display denkt er einen deutlich größeren Farbraum ab als herkömmliche Monitore. So kann es z.B. 99% des sRGB Farbraums darstellen.
    Man kann zudem mit einem einzigen Tastendruck an der Front des Monitors durch die Farbprofile schalten. Von Adobe RGB, sRGB, Custom – wo man seine Persönlichen Vorlieben einstellen kann, Paper – welches die Darstellung bei einem Druck nachahmt, bis hin zu 3 Positionen für eigene individuelle Kalibrierungen.
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All diese Eigenschaften und noch einige mehr sind normalerweise nur in Monitoren in deutlich höheren Preisklassen zu finden. Wer einen ausführlicheren Testbericht inkl Testcharts sucht ist hier besser aufgehoben.

Design

Das Design ist klassisch und wenig aufregend. Grundsolide eben und typisch Eizo. Mir gefällt es sehr, da es hochwertig und praktisch wirkt. Alles befindet sich an seinem Platz, ist gut zu erreichen, ausreichen solide gestaltet und erfüllt perfekt seinen Zweck. Beim Auspacken merkt man direkt das Gewicht des Monitors. Beim Aufstellen und z.B. dem Verstellen der Neigung, merkt man aber, dass hier einfach auf hochwertige Materialien und ein angemessenes Gegengewicht wert gelegt wurde. Nichts knarzt, wackelt oder hat eine unnötig empfindliche Oberfläche. Ein sehr wertiges, durchdachtes und vertrauenerweckendes Arbeitsgerät.

Zubehör

EizoCS240-3096Wie oben erwähnt befindet sich der Sensor zur Kalibrierung nicht im Lieferumfang. Hier kann man entweder den hauseigenen Eizo EX-2 nehmen oder aber, falls vielleicht schon vorhanden, einen Spider Sensor und andere. Der Monitor kommt aber bereits mit einer perfekten Grundkalibrierung nach Hause, so dass man nicht unbedingt direkt einen Sensor benötigt.

Und dann gibt es noch diese abgefahrenen Sonnenblenden für den Monitor, die man immer bei den Profis sieht… 😉 Die nennen sich Lichtschutzhauben und sind wie Gegenlichblenden am Objektiv gegen in den Monitor seitlich einfallendes Licht. So eine habe ich mir ebenfalls mitschicken lassen um mir ein Bild davon machen zu können. Aber ich war verblüfft, denn die Blenden bestehen aus mehreren Teilen, alle aus massivem Blech und es liegt eine 7-Seitige Anleitung dabei, wie diese zusammen zu bauen und montieren sind. Warum die Blenden nich auch aus Plastik sein können, das weiß ich nicht. Mich hat das aber gleich vom Aufbau abgehalten. Mit rund 200,- € würde ich mir die ehrlich gesagt auch nie im Leben kaufen.

Mein Eindruck

Ich arbeite ja sehr viel auf dem internen Display meines MacBook Air. Einfach, weil ich die letzte Zeit keinen festen Standort habe und immer mobil bin. Und da ich hauptsächlich fürs Web produziere und nicht primär für den Druck, war ein kalibriertes Display nicht zwingend nötig. Druck wird mir aber immer wichtiger und ich will über kurz oder lang aber natürlich wieder einen Schreibtisch haben, an den ich mich am Ende immer zurückziehen und auf meine Werkzeuge vertrauen kann und genau für diese Aussicht wollte ich den Monitor testen.

Auspacken, aufbauen, anschließen, alles kein Problem. Toll fand ich, dass nicht wie so oft an den Kabel gespart wurde. Es lag direkt ein Displayport-Kabel bei! Und dann kam auch schon der WOW-Effekt. Also nicht wie Engelsgesang im Hintergrund aber es war schon ein sehr deutlicher Unterschied zu erkennen. Die Farben und Kontraste wirkten viel strahlender als gewohnt. Ein klares, sauberes, scharfes Bild zeigt sich direkt nach dem Einschalten. Bei der Bildbearbeitung zeigten sich dann auch gleich weitere Vorteile. So sah ich viele Details direkt, die ich sonst erst beim hineinzoomen oder wenn ich danach gesucht habe zu sehen bekam. Beim durchswitchen der Farbprofile ist auch ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Da merkt man direkt welche Dynamik-Unterschiede zwischen den Farbräumen existieren.

Nun habe ich den Eizo CS240** ein paar Wochen bei meinen letzten Lightroom Sessions benutzt und meine Bearbeitungen über das Display gemacht. Es ist schon deutlich entspannter auf dem großen und klaren Display zu arbeiten. Problemstellen und Grenzbereiche sind wesentlich schneller sichtbar und es bedarf nicht eine so hohe Aufmerksamkeit um kleine Fehler oder Unstimmigkeiten auszumachen. Der Dynamikumfang ist deutlich sichtbar und schmeichelt den Augen wirklich. Problematisch wird es, wenn man nicht bedenkt, dass der Betrachter eben in den seltensten Fällen ebenfalls einen kalibrierten Monitor hat und selbst unterschiedliche Browser alleine schon einen gewaltigen Unterschied in der Wiedergabe machen. Hier ist natürlich Erfahrung gefragt oder ein Referenzbild, dessen Wirkung und Darstellung bekannt ist, kann behilflich sein. Aber das ist natürlich kein monitor-spezifisches Problem.

Für alle die einen professionellen und hohen Anspruch an ihre Bildbearbeitung haben und/oder Bilder für den Druck produzieren, ist ein kalibrierter Monitor ein Muss! Dieser Monitor stellt für eben diesen Bereich den perfekten Begleiter für ein wirklich erschwingliches Budget dar. Erstmals wird ein so professionelles Display aus dem Hause Eizo auch für den semi-professionellen und ambitionierten privaten Gebrauch mit einer UPE von 699,- € deutlich erschwinglicher.

Verbesserungsvorschläge/Wünsche

Wie oben erwähnt, würde ich mir zu der teuren und aus Blech gefertigten Lichtschutzhaube eine einfache Kunststoff-Lösung für ein Viertel des Preises wünschen. Wenn ich dabei etwas nicht bedacht habe, klärt mich auf. Aber so eine massive Ausführung für den Preis… das erschließt sich mir leider nicht.

Und was ich an den höherpreisigen Monitoren von Eizo immer bewundert habe und mir auch hier wünschen würde, wären die eingebauten Senosren zur eigenständigen Kalibrierung. Diese sind z.B. bei der CG-Serie zu finden. Hier fährt aus dem unteren Rand des Gehäuses ein kleiner Sensor aus, welcher direkt vor dem Display platziert ist und somit die Messungen vornimmt und selbstständig in der LUT speichert. Das ganze kann automatisiert werden, so dass sich das Display z.B. jede Nacht selbst kalibriert. Leider würde sich dieses Feature natürlich wieder direkt auf den Preis auswirken…

Naja und eine 27″ Version wäre auch noch toll. Aber sieht man die Preisunterschiede bei anderen Modellserien, wären wir hier wohl auch schnell wieder über der magischen Grenze von 1000,- €

Resümee

Hier ist Eizo ein toller Wurf gelungen und dieser Monitor eröffnet einigen den Einstieg in die Modellwelt des renommierten Displayherstellers welcher im Grunde ein Industriestandard ist. Natürlich muss man im Vergleich zu den großen Modellen ein paar Abstriche in Kauf nehmen, nicht aber in der grundlegenden Bild- und Darstellungsqualität. Von mir eine klare Kaufempfehlung.

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Danke an Eizo Deutschland für die Bereitstellung des Monitors.
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Lightpainting mit dem Raspberry Pi

Dies ist ein Gastartikel von Tobi

Schon seit längerer Zeit habe ich mal ein Foto-Projekt gesehen, das mich fasziniert hat: LightScythe. Die Ergebnisse fand ich damals super, allerdings hat mich die Hardware- und Elektronik Bastelei abgeschreckt.  Idee des Projektes ist es mit einen Streifen von RGB LEDs spaltenweise über die Zeit ein Bild auszugeben und durch Bewegung des LED-Streifens das Bild im Raum darzustellen. Durch Langzeitbelichtung sieht das Bild dann aus, als würde es im Raum stehen.

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In diesem doch sehr nassen und grauen Winter habe ich mich mal wieder an diese Idee erinnert und gesehen, dass es durch den Bastelrechner Raspberry Pi wesentlich leichter geworden ist.

Mein recht einfacher LED-Stick besteht nun aus folgenden Teilen:

  • LED Streifen mit 50 LEDs vom Typ WS2812B (bei Adafruit heißen die „neopixels“)
    gibt’s bei Amazon** oder z.B. hier bei ebay
  • Raspberry Pi, ich habe die Version B+** verwendet
  • Raspberry Pi Gehäuse**
  • USB-Stromquelle z.B. einen mobilen Akku von Anker zur Stromversorgung des Raspberry Pi
  • Batteriehalterung für 4 Standard 1,2V Akkus Größe AA** zur Stromversorgung der LEDs
  • „Level Shifter“ TI 74AHCT125 zur Ansteuerung der LEDs
  • Holzlatte – 1,70m lang – als Träger
  • Kabel, Steckbrett**, Klettband

Eine genaue Anleitung zur Verkabelung der LEDs und des Raspberry Pi gibt es bei Adafruit.

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Zur Programmierung der LEDs braucht man noch die rpi_ws281x Software Library. Diese stellt auch eine Python Schnittstelle bereit, mit der man die LEDs recht einfach ansteuern kann. Dazu habe ich mir ein kleines Python Programm geschrieben, das ein Bild öffnen, auf 50 Pixel vertikal skalieren und Spalte für Spalte auf den LED Streifen ausgeben kann. Das Skript gibt’s hier.

Damit man auch unterwegs den Raspberry Pi ansteuern kann habe ich mir noch einen WLAN Stick** besorgt und den Raspberry Pi zum Access Point gemacht. Ähnlich wie bei einer GoPro Kamera kann man sich so per Handy mit Raspberry Pi verbinden, ein Bild auswählen und an die LEDs ausgeben lassen. Das dazugehörende Web-Interface will ich hier allerdings nicht weiter beschreiben.

Bei der Auswahl der Bilder ist zu beachten, dass diese keine zu hohe Auflösung haben, da sie auf 50 Pixel herunter skaliert werden und so immer noch gut erkennbar sein müssen.

Hier die ersten Bilder die ich mit Tom und Thorsten zusammen gemacht habe – alle sind >= 30s belichtet.

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Tobi kenne ich schon einige Jahre aus den Anfangszeiten meiner Fotografie. Und vor kurzem war ich mit ihm und seinem neuen Projekt unterwegs. Da ich das Thema so interessant fand und er aus erster Hand natürlich besser darüber berichten kann, war er so nett und hat hierzu diesen Gastartikel verfasst.

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