Jesse Marlow – Don’t just tell them, show them

Heute möchte ich ein Foto-Buch vorstellen aus welchem ich ganz bestimmtes für mich selbst mitnehmen konnte. Es handelt sich um Jesse Marlows „Don’t just tell them, show them„. Ich habe ihn letztes Jahr im Rahmen meiner Link Candy vorgestellt und seither bin ich immer wieder auf seinem Portfolio gelandet und mir überlegt sein Buch über Straßenfotografie zu bestellen. Aufgrund des Versands aus Australien habe ich aber immer davor zurückgeschreckt.

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Nicht so aber meine Freundin. Irgendwann später im Laufe des Jahres bekomme ich einen großen Umschlag überreicht und darin war eben jenes Buch. Und noch viel toller, sie hat Kontakt mit Jesse aufgenommen und dieser hat mein Exemplar noch mit einer persönlichen Widmung versehen. Der Versand war nichts für schwache Nerven, denn dieser dauerte mehrere Wochen. Und als das Buch schon fast verloren war und Jesse meiner Freundin noch eine letzte Woche Geduld abgewinnen konnte, kam es dann endlich an. Ihr viel ein Stein vom Herzen, Jesse war erleichtert und ich hab mich riesig gefreut.

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Warum ich diese Vorgeschichte überhaupt erzähle, weil sie im Grunde perfekt zu dem passt, was ich auch so wichtiges aus dem Buch für mich gelernt habe. Während ich so durch die Seiten blättere und die Bilder aufsauge, stell ich mir immer wieder die Frage, wie man solche Momente, Motive und Konstellationen bitte einfangen kann. Es sind eindeutig Zufälle und es muss nicht nur der Bildausschnitt und Fokus passen, sondern auch der Moment und Ort. Und da es sich nicht im bestimmte Ereignisse handelt, kann man auch nicht zwingend absehen oder steuern, dass einem solch ein Moment vor die Linse kommt…

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Die Lösung ist so einfach und doch musste es erst klick machen. Jesses Widmung lautet „Tom, Don’t stop looking!“ und ein weiterer Blick in das Register des Buches zeigt: Es enthält 50 ausgewählte Aufnahmen, welche in einem Zeitraum von 2005 bis 2012, also innerhalb von 7 Jahren entstanden sind. Und Jesse ist seit über 17 Jahren als hauptberuflicher Fotograf unterwegs und in dieser Zeit wann immer es ihm seine Zeit erlaubt auf den Straßen unterwegs um diverse Serien zu verfolgen. Hier gibt es ein ausführliches Interview.

Es braucht einfach Zeit, sehr viel Geduld und Ausdauer. Und in dieser Zeit muss man stets die Augen nach solchen Momenten und Gelegenheiten offen halten. Sie sind selten und man muss sie sammeln. Und am wichtigsten: Fotografieren!

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Was mich inspiriert…

Wer kennt das nicht… immer wieder flaut die Lust am Fotografieren ab. Man ist nicht mehr zufrieden mit dem was man macht. Nicht weil es technisch nicht in Ordnung wäre. Viel mehr findet man sich in seiner eigenen Arbeit nicht wieder. Man hat sich satt gesehen. Es macht kein Spaß mehr. Man hat Lust auf was Neues. Auf Veränderung. Oft verlaufen Veränderungen fließend, manchmal aber eben auch nicht. Das eine Thema läuft aus und es wartet nichts Neues…

Was man dann braucht, sind Inspiration und neue Motivation. Ein Thema welches einen interessiert und packt. Eine Herausforderung, auf die man so richtig Bock hat. So ging es mir mit der Fotografie die letzte Zeit. Durch den Winter war ich nicht mehr so viel draußen unterwegs, es ergaben sich nicht mehr so viele Möglichkeiten die Kamera einfach mal auszupacken und unkompliziert das festzuhalten, was man gerade erlebt. Und als der aufgestaute Puffer an Bildmaterial und Themen so langsam leer gelaufen war, musste neue Motivation her. Und genau in diesem Moment, haben mich zwei Dinge so richtig gepackt.

Mit Marteria zum Glück in die Zukunft II

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Das Bildband zur Weltreise, welche Paul Ripke und Marteria anlässlich des neuen Albums „Zum Glück in die Zukunft II„** gemacht hatten. Ein Bildband vollgepackt mit Momentaufnahmen, stimmungsvollen Szenen und Bildern, die in mir sofort die Reiselust geweckt haben. Es sind keine Hochglanz-Studioaufnahmen oder Langzeit-Landschaftsaufnahmen. Es sind Bilder, die den Eindruck erwecken, mit auf die Reise genommen zu werden. Mitten drin zu sein. Stimmungen erzeugen und eigene Erinnerungen wecken. So perfekt unperfekt, dass es mich wieder daran erinnert hat, warum ich eigentlich am liebsten fotografiere und welches die Bilder sind, die ich auch nach langer Zeit noch am liebsten anschaue.

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Das sind nämlich in meinem Fall nicht die Studioshootings, sondern eben genau die Bilder, die mich an meine Reisen, tolle Abende und unvergessliche Momente und Erlebnisse erinnern. Diese Bilder macht nicht der einwandfreie Bildaufbau, die richtige Belichtung oder die genau sitzende Schärfe perfekt, sondern die Erinnerung, welche man mit ihnen verbindet und die Emotion, welche man damit beim Betrachter auslöst.

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Genau dass hat Paul mit seinem Bildband (mal wieder) geschafft und genau das will ich mehr den je machen! Danke Paul! Danke Marten!

Woher zieht ihr eure Inspiration und Motivation? Könnt ihr meinen Gedankengang nachvollziehen oder seid ihr komplett anderer Meinung. Habt auch ihr ein Bildband, welches euch zuletzt so richtig geflasht hat?