Tropfenfotografie mit dem Raspberry Pi

Zum letzten Friday Night Shoot haben Markus und Lennart ihre Stationen zur Tropfenfotografie im Studio aufgebaut und einen kleinen Workshop dazu gegeben. Von der Planung über die Theorie bis zur praktischen Umsetzung mit eigenen Ergebnissen sollten keine Wünsche offen bleiben. Und da Tobis Raspberry Pi Projekt hier so gut ankam, konnte ich auch Markus für einen Gastbeitrag zur Tropfenfotografie mit dem Raspberry Pi gewinnen.

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Dies ist ein Gastartikel von Markus May

Als begeisterter Makro-Fotograf kam ich irgendwann auch auf die Idee mich mit Wassertropfen zu beschäftigen. Erste Versuche mit mit einer Plastiktüte, die von der Decke hängt und bei der ich die Kamera von Hand auslösen musste, waren sehr Zeitintensiv und von wenig Erfolg gekrönt. Als ich 2013 einen Vortrag von Tobias Bräuning hören durfte, wuchs der Wunsch weiter solche Fotos selbst zu machen. Als ich dann noch einen Raspberry Pi geschenkt bekommen habe, musste ich die ganze Sache konkret angehen. Schnell wurde ich fündig und so habe ich mich überwiegend an die Anleitung von David Hunt gehalten.

Die Schaltung, der Aufbau und das Programm

Gehirn und Schaltzentrale meines Aufbaus ist wie schon erwähnt ein Raspberry Pi Model B+**. Die angesteuerten Ausgänge wiederum sind auf einem Experimentierbrett (Breadboard)** mit den nötigen Schaltungen verkabelt, welche wiederum die beiden Magnetventile zur Tropfenerzeugung, die Kamera auslösen und die Blitze via angehängtem Funktrigger** ansteuern.

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Mit ein paar Dachlatten, Schauben und Brettern habe ich ein Gerüst für den Aufbau und aus PET Flaschen, etwas Aquariumschlauch und zwei Alurohren habe ich zwei Mariottesche Flaschen gebaut. Diese braucht es, um eine ständig gleiche Fließgeschwindigkeit zu erhalten, unabhängig vom Füllstand der Flasche.

Tropfen_RPi-7091Da nun die Schaltung stand ging es nun an die Ansteuerung bzw. Programmierung aller Komponenten. Da der Raspberry Pi ein eigenständiger kleiner Rechner ist, lässt sich an ihm ein Monitor, Tastatur und Maus anschließen und somit auch ein kleines Programm entwickeln. Ich möchte jetzt nicht zu tief in die Programmierung einsteigen, deswegen hier nur der theoretische Aufbau.

  • Kamera auslösen, Belichtungszeit 1 sek
  • Warten
  • Ventil für wenige Millisekunden öffnen, Dauer bestimmt die Größe des Tropfens
  • Warten
  • Zweites Ventil für wenige Millisekunden öffnen
  • Warten
  • Blitze auslösen (hier entsteht das eigentliche Bild)
  • Kamera schließen

Im Programm kann man jedem der oben aufgezählten Punkte eine Zeit mitgeben. Und genau diese Zeiten sind es, mit denen man experimentieren muss um am Ende das gewünschte Ergebnis zu bekommen.

Die Praxis

DropShotGif1_1000_500Da nun alles stand, brauchte es nur noch Zeit und viel Geduld. Zuerst ging es darum saubere einzelne Tropfen zu erzeugen. Hier spielen maßgeblich die Dauer, die das Ventil offen ist, der Wasserdruck, sowie die Konsistenz des Wassers (hierzu später mehr) eine Rolle. Ist dieser Tropfen gefunden, kann man sich auf die Suche nach dem Einschlag auf der Wasseroberfläche machen, danach folgt die Krone und zu guter Letzt die Säule. Letzteres ist mein erstes Zwischenziel zum gewünschten TaT, “Tropfen auf Tropfen” wie man im “Fachchargon” sagt. Nun folgt der eigentlich schwierigste Teil, da man einen zweiten Tropfen genau so schalten muss, das dieser exakt am höchsten Punkt des ersten Tropfen einschlägt, um dann die gewünschte Skulptur zu erzeugen. Hat man diese jedoch einmal gefunden, lässt sich diese beliebig oft wiederholen, vorausgesetzt die Parameter bleiben ähnlich.

Nach mehreren erfolgreichen Versuchen mit reinem Wasser ging es daran, die Konstellation zu verändern. Wir wollten buntes Wasser, größere Tropfen und somit spektakulärere Skulpturen. Zum Einfärben haben sich in Wasser aufgelöst Wasserfarben als gut erwiesen. Aber auch Milch oder Sahne lassen sich über die Lichtfarbe effektiv verändern. Um die Konsistenz des Wassers zu verändern haben wir uns Guarkernmehl aus dem Reformhaus bedient. Es dickt das Wasser an, sodass sich größere Tropfen erzeugen lassen. Zudem entstehen beim Kollidieren der Wassertropfen konstantere Wassernetze/-flächen.

Was nun noch fehlt ist eine ansprechende Beleuchtung und Perspektive/Bildausschnitt. Für die Beleuchtung wird auch im Studio mit Systemblitzen gearbeitet, da diese die benötigte kurze Abbrenndauer haben um den Tropfen und somit das Bild scharf und ohne Bewegungsunschärfe einzufrieren. Hier habe ich mir farbige Folien besorgt, die ich vor den Blitzen anbringen kann. Hier werden mindestens zwei Blitze verwendet, einen zur Ausleuchtung/Einfärbung des Hintergrunds und einen zum festhalten/einfrieren der Wassertropfen. Bei Ausleuchtung, Bildausschnitt, Hintergrund, Spiegelung kann man nun seiner Kreativität freien Lauf lassen.

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Workshop Resümee

Nach mehreren Abenden zuhause und gemeinsamen mit Lennart, an denen wir unsere Erfahrungen austauschten und Aufbauten verbesserten, wurden wir von Tom gefragt, ob wir nicht einen Workshop halten wollten. Er musste uns nicht lange bitten und so fand beim letzten Friday Night Shooting bei den LightGIANTS unser Workshop statt.

Nachdem Lennart und ich unsere Apparaturen aufgebaut hatten, erläuterten wir den Teilnehmern die Schaltungen, unsere Herangehensweise und das Programm zur Steuerung. Schnell fanden sich alle zurecht und fingen an mit unserer Unterstützung eigene Ideen umzusetzen. Gemeinsam feilten wir am Timing, der Kameraposition, dem Blitzaufbau, diskutierten angeregt über die Möglichkeiten und hatten einfach einen tollen Abend zusammen.

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Lennart hat das Ganze mit einem Arduino realisiert und seine Erfahrungen hier veröffentlicht.
Christine, von der die Ergebnisbilder in diesem Beitrag sind, hat ihre Erfahrungen hier geschildert.
Die Behind the Scenes Bilder in diesem Beitrag sind von Tom.

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Ringlicht und Messsucher-Kamera…

Früher wollte ich immer einen Ringblitz haben… die waren aber soooo teuer, unhandlich und speziell, dass ich selbst als ich ein Gemeinschaftsstudio hatte, nie ernsthaft über eine Anschaffung nachgedacht habe. Dann gab es irgendwann den Roundflash und ich hatte die für mich perfekte Lösung gefunden. Die würde ich auch heute noch benutzen, hätte ich nicht irgendwann das Kamerasystem gewechselt. Für den typischen Look hatte ich schon immer was übrig und am liebsten mit Offenblende kombiniert. Und so musste eine Messucher-Taugliche Lösung her.

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Fündig wurde ich dann nach einigen Irrwegen und Versuchen in den einfachen 65W Ringleuchten, welche man von diversen Herstellern um die 130,- EUR** bekommt. 65Watt, 5500k (Farbtemperatur wie Tageslicht), eine einzelne (!!1!!) Röhre und einen Außendurchmesser von ca. 48cm, Innendurchmesser rund 38cm. Das tolle bei der Größe ist, dass die Reflexion der Ringleuchte bei einem klassischen Portrait nun perfekt die Pupille des Modells umschließt. Bei den meisten anderen Lösungen waren die Ringe kleiner und oft nur als Punkte in der Pupille zu sehen.

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Replica Band Workshop @lightGIANTS

Der letzte Freitag des Monats gehört dem Friday Night Workshop im lightGIANTS Studio und so war dieses Mal die Karlsruher Cover Band Replica zu Gast. Die Jungs machen schon seit Jahren Musik auf der Bühne und das merkte man auch vor der Kamera.

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Neben den Gruppenbildern, standen natürlich auch Portraits auf dem Programm…

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Ich hatte letztes Jahr bereits die Möglichkeit die Band live zu sehen und fand die Songauswahl genau nach meinem Geschmack! So reicht das Repertoire von Soundgarden, Maximo Park und den Foo Fighters über Kings of Leon hin zu Audioslave gemischt mit dem Können der alten Schule.

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Solltet ihr also mal die Möglichkeit haben, die Jungs live zu sehen, lohnt sich der Besuch definitiv!

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Es war mal wieder ein Fest. Das Ziel, das Studio nicht zu verlassen, bevor der Kühlschrank leer ist, ist ebenfalls gelungen, aber daran hatte ich keine Zweifel. Und so war es Mal wieder ein gelungener Friday Night Workshop!

Dia de los Muertos @lightGIANTS

Am letzten Freitag war wieder Zeit für ein Friday Night Workshop und dies Mal haben wir das Motto “Dia de los Muertos” ausgerufen. Eigentlich ein mexikanischer Feiertag an dem den Toten gedacht wird, ist die traditionelle Schminke, welche sich Darsteller zum Anlass dieses Feiertages auflegen das perfekte Thema für unser Studio gewesen.

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Und an dieser Stelle möchte ich euch auch mal wieder einen Before/After Vergleich zeigen, da die letzte Zeit des öfteren der Wunsch danach laut wurde.

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Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an die Modells Julia, Johanna, Klara und Bettina für die Geduld und das Durchhaltevermögen und Thorsten für die Orga.

Bald wird es auch endlich wieder ein MakingOf Video zu diesem Shooting geben, man darf also gespannt sein…

Im Studio mit Palm Valley

Letztes Wochenende war endlich mal wieder ein Friday Night Workshop im lightGIANTS Studio angesetzt. Hierbei laden wir ein paar Models ins Studio ein, diesmal war es meine befreundete Band Palm Valley und ein paar wissbegierige Fotografen und Studioneulinge um diesen die Studiofotografie näher zu bringen.

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Einige haben den Namen Palm Valley hier vielleicht schon mal gelesen. Durch Änderungen in der Besetzung waren neue Bandbilder fällig. Und so war es wieder ein Abend voll mit guter Musik, guter Laune und 4 verschiedenen Setups.

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Am Ende standen Einzelportraits auf dem Plan. Hierbei kam meine neue Ringblitz-Lösung zum Einsatz (Review folgt in Kürze) und im Hintergrund könnt ihr das Bandlogo, eine Palme erkennen.

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Vielen Dank an dieser Stelle an Palm Valley (Facebook) für’s geduldig sein. Den Bericht zum Workshop inkl Behind the Scenes Video und Lighting-Diagrammen gibt es bald auf der lightGIANTS Seite.

Belle Époque Workshop @lightGIANTS

Letzten Monat war wieder ein Friday Night Workshop angesetzt diesmal unter dem Motto Belle Époque. Ein Trio, bestehend aus Izumi – Pianistin, Malika – Operngesang und Holger ebenfalls Operngesang, kamen ins Studio. Auf dem Plan standen sowohl Portraits als auch Gruppenbilder. Das erste Setup war ein klassisches HighKey Set, ein cleaner Look war gewünscht… 

     

Beim Post Processing habe ich mich dazu entschieden die dunklen Schwarztöne etwas abzuflachen, da mir der Kontrast sonst etwas zu stark wirkte…

     

Als zweites Setup, wählten wir das genaue Gegenteil. Hier kam ein satter, roter Hintergrund und ein sehr gezieltes Lichtsetup zum Einsatz. Auf den Hintergrund selber haben wir einen Spot gesetzt um einen schönen, vignettenartigen Verlauf zu kreieren.

     

Meine persönlichen Favoriten sind die jeweils groß dargestellten Bilder, durch die Workshop-Situation hatte ich allerdings selbst leider nicht sehr viel Zeit für meine eigenen Bilder.

Cookielicious Band Workshop @lightGIANTS

Auch im Juli luden wir wieder zum Friday Night Workshop ins lightGIANTS Studio ein, diesmal war die junge karlsruher Coverband Cookielicious mit dabei und stand modell. Was wir etwas unterschätzt hatten, eine 5 köpfige Band + Teilnehmer und Team waren wir 13 Leute im Studio und an diesem Tag, segnete uns der Wettergott mit sehr warmen und schwülen Klima. Die Klimaanlage schaffte nur noch in einem Umkreis von 1 Meter zu kühlen und spuckte förmlich Wasser… es war heiß! Aber alle haben tapfer durchgehalten und so sind ein paar Tolle Bilder entstanden und es war wiedermal ein toller, gelungener Abend!

    

Absolut genial waren die Morphsuits, welche die Band dabei hatte…

   

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Teilnehmer und vor allem an Cookielicious, dass alle so tapfer durchgehalten haben!