Im Test… Canon Powershot G16

Pünktlich zum Jahreswechsel, den bevorstehenden freien Tagen und dem anstehenden Winterurlaub ist die neue Canon Powershot G16 bei mir eingetrudelt. Natürlich habe ich die Zeit genutzt und die Kamera bei meinen Vorhaben dabei gehabt, um sie direkt in der Praxis zu testen. Das sie JPG als auch RAW fotografieren kann, wie auch die S110 WiFi an Board hat, FullHD mit 60 Frames filmt… das alles könnt ihr selbst auf der Canon Homepage nachlesen. Darauf möchte ich hier auch gar nicht eingehen. Viel mehr soll es sich hier im meine persönlichen Highlights der Powershot G16 gehen.

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Das Äußere, Haptik und Bedienung

Wie schon in der Vorschau geschrieben. Was ich an der G-Serie gut finde, ist, dass die Bedienelemente gewohnt wie bei einer Canon DSLR angeordnet sind. Man kann alle Einstellungen schnell vornehmen und so macht auch das manuelle Fotografieren Spaß und Sinn. Hier konnte mich die G16 auch in der Praxis überzeugen. Schnell sind alle nötigen Einstellungen vorgenommen und die korrekte Belichtung ist im Kasten.

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Gar nicht überzeugen konnte mich hingegen leider der Sucher. Wie Teymur schon schrieb, erinnert dieser eher an eine Plastik-Lomo. Wirklich ernst zunehmen ist der Sucher als Werkzeug in der Praxis daher nicht. Lediglich als Backup z.B. in kompletter Dunkelheit könnte er ein vages Gefühl für das entstehende Bild vermitteln. Zudem werden im optischen Sucher keinerlei Informationen bereitgestellt. Hier zeigt die Konkurrenz eigentlich seit langem was Stand der Technik ist. Schade! Hinzu kommt, dass die Kamera offenbar keinen Annäherungssensor hat, so dass zu allem auch noch das Display nicht automatisch abschaltet, hält man sein Auge an den Sucher.

g16-0084Ansonsten kann man aber nicht meckern. Alle Knöpfe sind sehr gut erreichbar und intuitiv bedienbar. Die Kamera liegt gut in der Hand und hat ein angenehmes, hochwertig wirkendes Gewicht. Die Baugröße ist sicher nicht jedermanns Sache, bedenkt man aber die Features und Eckdaten, finde ich die Größe wirklich sehr angenehm und gelungen. Ein klappbares Display hätte ich mir noch gewünscht, aber dann wären die Abmessungen sicher wieder in die Höhe geschnellt.

Optik, ISO Leistung, Tiefen(un)schärfe

Was mich direkt begeistert hat, wie es die G16 mit so einem relativ kleinen Sensor, dieser kompakten Bauform und der universellen, festen Linse hin bekommt, Tiefenunschärfe und Bokeh in den Bildern zu fabrizieren. Eine Eigenschaft, welche man bei den meisten kompakten Kameras bisher vergebens sucht und welche immer wieder einen Unterschied zur großen DSLR gemacht hat. Hier kann die G16 bei mir voll punkten und die Ergebnisse können sich sehen lassen!

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g16-0185Die ISO-Leistung ist für eine Kamera in diesem Bereich ebenfalls bemerkenswert. Selbst bei ISO 3200 lassen sich die Bilder noch sehr gut verwerten. Nach einer kurzen unproblematischen Lightroom-Entrauschung erst recht. Wirklich praxistauglich und es macht auch bei schlechtem Licht Spaß die Kamera einzusetzen.

Das Bild hier rechts ist mit ISO 3200 aufgenommen und nicht bearbeitet worden. Die beiden anderen sind entrauscht.

Die verbaute Optik überzeugt daher. Eine offene Blende bis F1.8-F2.8, gute Abbildungsleistung und von 28mm Weitwinkel bis 140mm Zoom (auf Kleinbild umgerechnet). Eine gute Allround-Range! Zudem macht der eingebaute IS (Bildstabilisator) seine Dienste mehr als gut. Hier sollten nur wenige Wünsche unerfüllt bleiben.

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Videofeatures

Hier muss ich echt sagen: Ich bin restlos begeistert! Ich meine ich habe schon viel gefilmt, ob mit der GoPro, meiner 5D oder Camcordern. Aber die G16 liefert hier einfach nur ab! Wo fang ich an…

Bildstabilisator (IS) – dieser leistet beachtliche Dienste. Ganz klassisch stabilisiert er natürlich das Bild und das so gut, dass es wirklich schon an ein Kunststück grenzt, das Bild zu verwackeln. Aber was er ebenfalls tut: Macht man einen Bildschwenker, dann wird die Bewegung komplett geglättet. Als würde man einen Fluid-Head benutzen. Hier hat Canon wirklich ganze Arbeit geleistet. Eine Steadycam o.Ä. kann man sich also getrost sparen.

Tiefen(un)schärfe und Bokeh – die Blende von F1.8-F2.8 kommt auch bei Videos zum tragen und voll zur Geltung. Kenne ich von kleinen Kameras eigentlich gar nicht und um so angetaner war ich davon.

Follow Fokus – filmt man mit einer großen Blende und wenig Tiefenschärfe, muss der Fokus sitzen. Bei der DSLR musste man dieses immer von Hand mitführen und das Ganze via Sucher oder LiveView kontrollieren. Die G16 zieht den Fokus selbst nach und das auch während der Aufnahme. Ob es nun darum geht den Fokus auch bei Bewegung zu halten oder bei einem Schwenk ein neues Objekt in den Fokus zu rücken… es funktioniert und das sehr zuverlässig.

Zoom – während der Aufnahmen funktioniert ebenfalls. Dieser ist während der Aufnahme verlangsamt, sehr smooth und somit wirklich brauchbar.

Am besten sieht man das alles aber in diesem schnellen Beispielvideo. Mir ging es bei diesem Video nur darum, markante Clips zu zeigen, welche die obigen Aussagen unterstreichen.

Für ein Urlaubsvideo oder z.B. eine Proberaumreportage oder ein Behind the Scenes Video ist die Videofunktion und Qualität mehr als gut. Ich sehe bei solchen Themen mit der G16 also keine Notwendigkeit mehr die große DSLR inkl Zubehör rum zuschleppen.

Resümee

Bis auf den Sucher (und das ist wirklich zu verkraften) bin ich restlos begeistert von der Canon Powershot G16** und meine Erwartungen wurden noch übertroffen. Spätestens als ich eine Weile mit ihr fotografiert hatte, war mir die etwas größere Bauform ebenfalls egal und ich war von den Werten, Funktionen und Ergebnissen mehr als überzeugt. Meine ursprüngliche Idee, die Nische zwischen S110 und 5D zu schließen ist voll aufgegangen.

Sie kann und wird keine große DSLR ersetzen, ebenso wenig kann sie bei diesen Ergebnissen mit der Kompaktheit der S110 mithalten. Das muss sie aber auch nicht. Jedes dieser Modelle hat seinen Platz und Anwendungsbereich und das ist gut so.g16-0205

Eine kleine Anregung hätte ich noch… das manuelle Scharfstellen, welches über das hintere Wahlrad erfolgt, hätte man eventuell auf den vorderen Objektivring verlegen können. Dieser ist seit den Anfangszeiten der G-Serie mit einem Bajonett für Vorschraublinsen versehen. Ob diese heutzutage noch jemand einsetzt, weiß ich nicht. Mir hätte hier eine manuelle Fokus-Möglichkeit gefallen.

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Vorschau: Canon PowerShot G16

Es hat mich mal wieder in den Fingern gejuckt als Canon vor einer Weile die neue PowerShot G16 angekündigt hat. Mein Nutzungsverhalten hat sich im letzten Jahr stark verändert. Anfangs bin ich noch mit 8kg an Kameraequipment im Rucksack auf Klettersteigtour gegangen. 8kg die mich dermaßen genervt haben, dass ich kein einziges Bild mit der Kamera gemacht habe, sondern ausschließlich die S110 nutzte. Die Bilder waren für eine Kompaktkamera total überzeugend und viel wichtiger, ich habe überhaupt Bilder gemacht. Die „Große“ blieb also fortan zu Hause…

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Manchmal darf es etwas mehr sein…

So genial ich die S110 auch (immer noch) finde, oft fehlt mir dann aber der Sucher. Einstellen kann man zwar auch alles fast wie bei der „Großen“ aber eben über das Menü. Sie ist schnell, aber es geht schneller… Irgendwie hat sich da eine Lücke aufgetan und ich bin der Meinung, dass die PowerShot G16** diese füllen könnte. Als ich jetzt also die Gelegenheit bekommen habe, die G16 auf Herz und Nieren zu testen, habe ich sofort ja gesagt und nun ist es soweit. Pünktlich zum Weihnachtsfest liegt die Kamera zu Hause und wartet nun darauf eingesetzt und unter die Lupe genommen zu werden.

Ein paar Fakten

Die G16 ist das erste G-Modell welches nun auch nachgezogen hat und wie die S110 oder die PowerShot N integriertes Wlan hat. Wie häufig man dies einsetzt, ist jedem selbst überlassen. Es ist allerdings einfach zeitgemäß, dieses Feature zu implementieren und ich wollte es nicht mehr missen. Mit 9 Bildern in der Sekunde hat Canon ordentlich nachgelegt und bei meinen ersten Versuchen war ich wirklich beeindruckt, wie die Kamera die Bilder über den Chip ballert.

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Was mich aber am meisten begeistert hat, war die Schnelligkeit der G16. Kaum hat man den Einschalt-Knopf betätigt, ist die Kamera auch schon bereit. Motiv anvisiert und innerhalb eines Wimpernschlags sitzt der Fokus. Und das in einer wirklich bemerkenswerten Geschwindigkeit. Sie verfügt über ein Fokus-Hilfslicht, welches wirklich in keiner Kamera fehlen sollte. So hat man auch bei Dunkelheit keinerlei Probleme den Fokus richtig zu setzen.Und, auf dieses Feature bin ich am meisten gespannt, ihr wird eine bemerkenswert hohe ISO-Empfindlichkeit attestiert. Eine Eigenschaft welche ich bei meiner 5D Mark III so sehr schätzen gelernt habe. Hier wird auch, neben dem Sucher und der Bedienbarkeit, ein Schwerpunkt in meinem Test liegen.

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Von den Bedienelementen her, findet man ein Wahlrad direkt am Auslöser und ein weiteres an der Rückseite der Kamera. Dies ermöglicht mir, von der 5D gewohnt, ein schnelles und vor allem blindes Einstellen der wichtigsten Werte. Das alles geht natürlich nur, weil die G16 nicht ganz so kompakt wie die S110 ist. Sollten die angepriesenen Features aber ihr Wort halten, ist die Größe der G16 dennoch bemerkenswert. Zumal beim Design wieder darauf geachtet worden ist, die Maße erneut zu verringern. Wir werden sehen…

Stimmen zur G16

Zum Launch der G16 wurden auch einige Canon Botschafter nach ihrer Meinung zur neuen PowerShot befragt, deren Antworten mich in meinen Hoffnungen noch weiter bestätigt haben.

„…die Fokussierung. Sie ist schneller, als ich je zuvor erlebt habe… einfach fantastisch. Nimmt man das zusammen mit der hohen ISO-Empfindlichkeit, hat Canon meiner Meinung nach ein bereits großartiges Konzept nochmals verbessert. Hätten Sie mir vor sechs Jahren erzählt, dass ich einmal Bilder in Profi-Qualität mit einer Kompacktkamera aufnehmen würde, hätte ich das niemals geglaubt. Aber jetzt ist es Realität.“

~ Brent Stirton, Fotojournalist

„Die Low-Light-Eigenschaften sind absolut fantastisch und selbst bei ISO 12.800 sind die Aufnahmen mehr als brauchbar. …hinzu kommt die hohe Fokussiergeschwindigkeit. Die Kamera bietet auch eine komplette manuelle Steuerung, so dass ich mich um alle EInstellungen sekbst kümmern kann – perfekt, wenn ich kreativ arbeiten möchte.“

~ Ilvy Njiokiktjien, Fotojournalist

Außerdem gewährt uns Canon noch einen kleinen Einblick hinter die Design-Kulissen…

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Ich bin also selbst sehr gespannt ob meine Vorstellungen erfüllt werden. Über die Feiertage sollte ich genug Zeit für einen ausgiebigen Test haben, zum Skifahren kommt die PowerShot G16** auch mit. Ich werde euch dann hier mit einem Testbericht auf dem Laufenden halten.

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