Madrid im Januar – been there, done that.

Vergangene Woche waren wir für ein verlängertes Wochenende in Madrid und so möchte ich unsere Do’s and Don’ts und vor allem unsere ganz persönlichen Erfahrungen und Eindrücke festhalten. …und natürlich darf die obligatorische Ladung Bilder nicht fehlen.

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Wir hatten von Regen bis strahlenden Sonnenschein jede Wetterlage. Milde 15°C Ende Januar eignen sich allerdings perfekt um dem kalten Winter in Deutschland ein bisschen zu entfliehen. Und mit seiner Vielzahl an Museen und Shopping-Möglichkeiten, neben den üblichen bekannten und weniger bekannten Sehenswürdigkeiten, bietet Madrid wirklich für jede Wetterlage ein Programm.

Unterkunft und Lage
Wir haben uns bei unseren Aufenthalt für ein Hostel direkt am Plaza Mayor entschieden. Auf dieser Seite der Gran Via findet man eher die Kaffees statt das Nachtleben, was bei den historischen Bauten und ihren papierdünnen Wänden für einen ruhigeren Schlaf sorgt. Davon abgesehen ist das eine perfekte und zentrale Ausgangslage, um die Sehenswürdigkeiten Madrids hauptsächlich zu Fuß erreichen zu können und aber auch Abends nicht all zu weit vom Geschehen weg zu sein.

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Generell muss man sich, gerade bei einfacheren Unterkünften, auf eine etwas lautere Umgebung einrichten. Die Wände und Bauweisen der historischen Bauten in der Altstadt schirmen nicht, weil man es vielleicht gewohnt ist, den Lärm ab. Zudem geht es im Zentrum einer spanischen Großstadt wie Madrid, generell nicht gerade Leise zu. Es wird laut gefeiert und diskutiert oder man hat eine der Lüftungen der fast jedem Haus im Erdgeschoss befindlichen Wirtschaft/Restaurant/Bar.

Museo del Jamón
An jeder Ecke Madrids findet man Läden, in denen die bekannten und beliebten geräucherten Schinken – „Jamón“ von der Decke hängen oder in der Auslage liegen. Eine der Adressen in Madrid hierfür ist sicherlich das „Museo del Jamón“. Hier gibt es alles rund um den Schinken. Der Kilopreis kann bei manchen Schmuckstücken auch deutlich über 60 EUR und mehr liegen. Was man sich in diesem Zuge nicht entgehen lassen sollte, sind die „Borcadillo de Jamón“. Einfache, weiße Baguettes mit ein paar Scheiben handgeschnittenem Jamón und nach Wunsch auch noch leckerem Käse. Das ganze dann für unschlagbar günstige 1,- bis 1,80 EUR. Eine willkommene und super leckere Zwischenmahlzeit. Sollte man unbedingt probieren.

Gran Via
Ein Shopping-Paradies, wenn man drauf steht. Eine unendliche Vielzahl an Läden sammeln sich auf der Gran Via selbst oder in den unzähligen Parallel- und Seitenstraßen. Einige Läden findet man sogar mit bis zu 3 Filialen. Hauptsächlich dreht sich hier alles um Mode und Accessories.

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Retiro Park
Ein aufwändig und detailverliebt gestalteter Park, der neben der ersehnten frischen Luft, auch ein riesiges Netz an Wegen bieten, welche durch Baumansammlungen, Wiesen oder liebevoll angelegte Zierbeete führen. Bei unserem Spaziergang sind wir auf das Monument für Alfons XII. am künstlichen See Estanque del Retiro und den ebenso sehenswerten Kristallpalast gestoßen.

Teleférico de Madrid
Was komischerweise in unserem Reiseführer und sonstigen Empfehlungen nie erwähnt wurde, ist die Seilbahn Madrids. Diese befördert einen für knappe 6 EUR pro Person auf einer 12 minütigen Fahrt direkt ins Herz des Casa de Campo Parks. Wir waren Ende Januar hier aber es war grün wie im Sommer. Die Sonne schien und es waren milde 15°C. Eine kleine Portion Frühling also.

In der Nebensaison fährt die Seilbahn nur Samstag und Sonntag, in der Hauptsaison 7 Tage die Woche. Wer also dem Gewusel und den Gerüchen der Stadt mal ein wenig entfliehen will, der sollte einen Ausflug einplanen. Einen ungewöhnlichen Blick auf die Stadt gibt es inklusive und die Wartezeit hielt sich in Grenzen. Wie voll das Gebiet und die Seilbahn im Sommer sind, das kann ich allerdings nicht sagen.

Museo del Prado
Nicht umsonst eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Eine wirklich beeindruckende Sammlung an Kunstwerken und auch die Sonderausstellungen sind jedes Mal hochkarätig. So war während unseres Besuches u.a. eine Sonderausstellung zu Ingres eingerichtet, der Meister des „antiken Photoshops“, mit Arbeitsskizzen seiner Werke – unglaublich interessant zu sehen. Und ich habe mich in Goyas schwarze Gemälde verguckt.

Museo Reina Sofia
Madrid hat recht viele Musen und Kunstsammlungen zu bieten. Oft erwähnt auch das Museo Reina Sofia als Ergänzung für das Museo del Prado. Hier ist hauptsächlich die moderne Kunst vertreten. Ich muss aber sagen, dass die Aufteilung und die Routen durch das Museum eher anstrengend gestaltet sind. Uns hat es bei weitem nicht so gut wie del Prado gefallen.

La Pescadería
Wurde auch uns empfohlen (Danke Tim) und wir können es ebenso weiter empfehlen. Das La Pescadería liegt im Herzen des Ausgeviertels von Madrid, direkt über der Gran Via und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Tolle Atmosphäre, geniale Lokalität und Einrichtung, solide Cocktails und eine leckere Auswahl an besonderen Speisen. Das Essen ist nicht ganz günstig aber lohnt sich.

Resümee
Madrid hat einiges zu bieten. Beeindruckt waren wir vor allem vom Mueso del Prado und seiner Kunstsammlung, die Architektur und dem leckeren Jamón! Im Vergleich zu z.B. Lissabon, wo wir jederzeit erneut hinfahren würden, ist Madrid zwar eine Reise wert aber frei nach dem Motto „been there, done that“ zieht es uns kein zweites Mal hin.

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Die Straßen von Valencia

Während ich zu Las Fallas in Valencia war, waren die Straßen voll mit den unterschiedlichsten Leuten und nicht so alltäglichen Szenerien. So bin ich natürlich auch mit einigen Bildern zum Thema „Street“ nach Hause gekommen, die ich hier zeigen möchte.

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Vielen ist Valencia zudem für seine Streetart bekannt. Nicht die üblichen Graffiti die viele von der heimischen Haltestelle kennen. Nein. Hier sind echte Künstler am Werk und man bekommt die ganze Palette an Techniken und Stilen zu sehen. Nach wenigen Tagen erkennt man die Handschrift der Künstler wieder und findet immer wieder Serien. Hat man etwas für Kunst dieser Art übrig, wird man hier Tage verbringen können und immer noch neue Arbeiten finden, bewundern und fotografieren können.

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Valencia während Las Fallas – der Reisebericht

Las Fallas… Die was??? Genau das habe ich auch gefragt, als ich das erste Mal davon gehört habe…

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Las Fallas de Valencia

Von Pamplona mit seinen Stieren oder dem ebenfalls in Valencia stattfindenden „La Tomatina“ hat man schon mal gehört. Von „Las Fallas“ hörte ich aber das erste Mal und nachdem ich es gegoogelt habe, hat es mich um so mehr gewundert…

Las Fallas ist ein alljährliches Frühlingsfest, welches in Valencia und Umgebung stattfindet und das zweitgrößte Folksfest Spaniens ist. Es dauert knapp eine Woche und die Hauptattraktion stellen wohl die rund 800, teils haushohen namensgebenden Pappmachéfiguren – die Fallas – dar, welche die ganze Stadt schmücken. Diese zeigen bestimmte Mottos oder aktuelle Themen aus der Presse und Politik und sind am ehesten mit den Umzugswagen beim rheinländischen Karneval zu vergleichen. Dazu tägliche Feuerwerke und ausgelassene Feierei. In diesen Tagen kommt der innerstädtische Verkehr nahezu zum Erliegen.

Bei der zweitägigen Prozession Ofrena de Flors zu Ehren der Schutzpatronin der Stadt,ziehen mehr als 100.000 Männer, Frauen und Kinder in üblichen Trachten durch die Straßen Valencias bis hin zum Plaza de la Virgen. Dort schmücken sie mit mitgebrachten Blumensträussen eine 14 Meter hohe Statue der heiligen Jungfrau aus. So entsteht nach und nach eine beeindruckende Blumenstatue, die schon von weitem duftet.

Zudem ziehen täglich Musikzüge durch die Straßen Valencias und es finden drei mal täglich atemberaubende, markerschütternde und ohrenbetäubende Feuerwerke in einer unvorstellbaren Dimension statt, wie ich sie noch nicht gesehen oder gehört habe.

Höhepunkt und festlicher Abschluss des Festes allerdings, ist die Nacht von Donnerstag auf Freitag – La Cremà. Hier werden, nachdem die schönste Figur gekürt und preisgekrönt wurde, alle Figuren in der Stadt nebst einem Feuerwerk angezündet und verbrannt. Und das dass bei einer haushohen Figur aus Holz und Pappmaché ein ordentliches Feuer gibt, kann man sich vorstellen.

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Valencia

Aber auch sonst hat Valencia einiges zu bieten. Neben einmaliger moderner Architektur und einer wunderschönen Altstadt, allerhand Sehenswürdigkeiten und vor allem einem Stadt-Strand. Auch die unzähligen Kirchen, das ein oder andere Museum, der Nordbahnhof so wie die vielen Plätze wie z.B. der Plaza del Ayuntamiento mit seinen beeindruckenden Bauten sind sehenswert.

Hier aber noch ein paar besondere Highlights…

Mercat Central

Eine Markthalle im Jugendstil sieht man nicht alle Tage und sollte man sich bei einem Besuch der Stadt definitiv nicht entgehen lassen. Täglich von 7:00 bis 15:00 Uhr geöffnet tummeln sich Unmengen von Menschen durch die Gassen der Stände. Eine Kulisse wie sie im Buche steht. Von Meeresfrüchten, Obst und Backwaren über Fleisch, Wurst und Gemüse bleibt hier kein Wunsch unerfüllt. Diese Düfte, Farben und überall etwas zu entdecken. Unbedingt die Kamera einpacken!

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Valencia_Fallas-3283Früher floss hier der Río Turia durch Valencia. Da es aber regelmäßig zu Überschwemmungen der Stadt kam, bei denen nicht nur Sach- sondern regelmäßig auch Personenschäden entstand, beschloss man in den 1960ern den Fluss umzuleiten. So fließt er heute 3 km südlich an der Stadt vorbei. Das ehemalige Flussbett wurde dann in den 1980ern konsequent zu einer Parkanlage umgebaut. In dieser entstand auch die recht bekannte Kulisse Valencias, die Ciudad de las Artes y de las Ciencias (Stadt der Künste und der Wissenschaften) mit den futuristischen Bauten des Architekten Calatravas. Und auch die vielen Brücken aus allen Epochen sind definitiv sehenswert!

Ciudad de las Artes y de las Ciencias (Stadt der Künste und der Wissenschaften)

Hier ist vor allem die Kulisse und der Anblick der Bauten das besondere. Man kommt sich vor wie auf einem Ladeplatz zwischen verschiedenen Raumschiffen. So wirken die Gebäude mit ihren außergewöhnlichen Formen. Im Inneren verbergen sich aber so banale Dinge wie ein 3D Kino, ein Technikmuseum (dessen Besuch man sich getrost sparen kann, wenn man älter als 14 ist), ein Tenniscourt, eine Open Air Disco und nicht zuletzt natürlich das bekannte L’Oceanogràfic – ein riesiges Ozeaneum.

Jardín Botánico (Botanischer Garten)

Die Universität von Valencia hat diesen Botanischen Garten bereits im 16. Jahrhundert angelegt. Seit dem 18. Jahrhundert an seinem jetzigen Standort nahe der Altstadt kurz nach den ehemaligen Stadtmauern zu finden. Dieser lädt zum Schlendern ein und bietet einen perfekten Fleck der Ruhe mitten im Getümmel der Stadt.

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Resümee

Leider hatten wir nur die ersten beiden Tage sonniges Wetter. Der Rest der Woche war dann eher durchwachsen. Aber selbst abgesehen davon war mir nach der Woche klar, warum Las Fallas nicht jedermanns Sache und wohl daher nicht so bekannt ist. Rund um die Uhr Musik, Feuerwerke, Geböller und ausgelassene Feierei. Die meisten Straßen, Sehenswürdigkeiten und Geschäfte sind in dieser Zeit geschlossen. Die ganze Stadt im Ausnahmezustand und nur für eingefleischte Fans mehr als 2-3 Tage am Stück zu ertragen.

Und trotzdem konnten wir noch einige andere Flecken und Seiten von Valencia kennenlernen, auch wenn diese in der Las Fallas Woche schwer auszumachen waren. Einen Besuch ist die Stadt allemal wert. Ob nun zu Las Fallas oder lieber mit warmer Sommersonne, dass muss jeder selbst entscheiden.

Ich bin dann mal… zu Las Fallas in Valencia

Eigentlich sind es erst 2 Monate seit wir aus Asien zurück sind und doch kommt es mir schon wieder wie eine Ewigkeit vor. Und daher war es wieder Zeit auf Reisen zu gehen. Während ihr das hier lest, bin ich schon seit Montag für 8 Tage in Valencia. Und zwar nicht nur zu einem normalen Städtetrip, sondern es ist genau die Las Fallas Woche – das zweitgrößte Folksfest Spaniens!

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Ich hatte selber vorher noch nie davon gehört und um so gespannter bin ich, was mich hier erwartet! Meine Bilder inklusive einem ausführlichem Bericht kommen also demnächst. Für den ersten Eindruck habe ich euch aber schon mal ein paar Bilder bei flickr rausgesucht.

Neben dem Festival werde ich mir natürlich auch Valencia selbst anschauen. Falls ihr also ein paar Last-Minute-Must-See-Tipps für mich habt, ab damit in die Kommentare.

Durch den Barranco Seco nach Los Gigantes

Neben der Teide Besteigung haben wir wie schon erwähnt auch noch weitere Wanderungen auf dem Programm gehabt. Ein weiteres Highlight war die wirklich abenteuerliche Wanderung durch die Barranco Seco, eine Schlucht eines mittlerweile ausgetrockneten Bergflusses, weiter entlang der Steilküste von Los Gigantes, gut 200 Meter über dem Meer.

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In das obere Ende der Barranco Seco Schlucht gelangt man über einen ca 1,2km langen, stillgelegten Versorgungstunnel. Der Eingang befindet sich versteckt hinter ein paar baufälligen Baracken im Hinterland von Tamaimo, einem kleinen, verschlafenen Bergdorf. Dieser ist nicht weiter versperrt, das Tor steht weit offen, also schnallten wir die Stirnlampen auf den Kopf und machten uns auf den Weg entlang an alten schmalen Lohren-Gleisen durch die absolute Dunkelheit. Es war ein sonderbares Gefühl. Der Tunnel war vielleicht gerade einmal 1,2 Meter breit und man konnte meist aufrecht gehen. Da wir aber eine Gruppe von 7 Personen waren, fühlten sich alle sicher. Dennoch waren wir froh das Ende des Tunnels nach rund 20 Minuten erreicht zu haben. So standen wir anschließend am oberen Rand eines ausgetrockneten schmalen Flussbettes, welches direkt steil abfiel und die nächsten Minuten unseren Pfad darstellen sollte.

Einige Geröllfelder, leichte Kletterpassagen und beherzte Sprünge galt es zu nehmen. Unterwegs fanden wir auch die alten, zerbeulten und auseinander gebrochenen Lohren wieder, die irgendwann jemand  aus dem Tunnel das Tal hinunter geworfen haben muss. Fest eingebacken in das Flussbett bekam man eine Idee davon, wie das Wasser hier ins Tal hinunter gestürzt sein muss. Nach kurzer Zeit kamen wir an eine in den Fels gemauerte Baracke, welche eine Pumpstation gewesen sein muss. Zumindest lassen die geplünderten Motoren im Inneren darauf schließen. Eine unwirklich wirkende Szenerie. Aufregend interessant und trostlos zugleich.

Ein weiteres Highlight entlang des Tales – mittlerweile führte uns ein Pfad etwas oberhalb des Flussbettes weiter hinab – war eine Abzweigung vorbei an einem früheren Wasserfall, wo das hinabstürzende Wasser einen natürlichen ausgewaschenen Pool hinterlassen hat, hin zu einem natürlichen riesigen Steinbogen. Aber auch sonst war die mächtige Landschaft um uns herum unglaublich beeindruckend. Vorbei an riesigen Kakteen und ausgetrockneten Dornenbüschen, immer wieder entlang alter, baufälliger Wasserkanäle, mit dem ständigen Ausblick auf das Meer am Ende der Schlucht

Bis hinab zum Meer führte uns unsere Tour allerdings nicht. Irgendwann ging es durch einen weiteren, etwas kürzeren Tunnel raus aus dem Barranco Seco Tal. Am Ende des Tunnels fanden wir uns auf einmal mitten in der Steilwand des Acantilado de Los Gigantes wieder. Rund 200 Meter steil unter uns lag der Atlantik, über uns befanden sich nochmals rund 200 Meter Steilwand. Uns bot sich eine atemberaubende Aussicht in dieser schwindelerregenden Höhe. Und plötzlich fühlte man sich ganz klein. Unser Ziel, den Ort Los Gigantes hatten wir direkt im Blick und so ging es rund eine Stunde in der prallen Sonne, die Steilküste den luftigen, mal breiten und mal unangenehm steil abfallenden Quergang entlang, bis wir endlich die ersten Häuser von Los Gigantes erreichten. Bis dahin ist uns auf der rund 5 stündigen Wanderung keine Menschenseele begegnet.

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Es war ein wirklich atemberaubendes Erlebnis fernab aller touristischen Routen. Die Tour selber ist in diversen Wanderführern und -portalen als schwarz oder gar T6 gekennzeichnet und bedarf definitiv einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit. Dafür wird man mit einem echten Abenteuer und beeindruckenden Szenen belohnt.

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Zu Fuß auf den Teide (3718m)

Wie so oft begann alles mit einer Schnapsidee. Ich wollte schon seit Langem mal die Erfahrung mit Bergsteigen in Höhen über 3000 Meter machen, da ich nicht wusste wie mein Körper auf die Höhe reagiert, fand ich den Teide besonders reizvoll, da er zu dieser Jahreszeit ohne die zusätzliche Schwierigkeit eines Schneefeldes oder Gletschers zu besteigen ist. Und so war er mit 3718m bestens für diese Erfahrung geeignet. Ich zögerte also nicht lange als ich gefragt wurde ob ich mit will. Billigfluege gebucht und ab dafür… Es sollte natürlich nicht die einzige Wanderung bleiben aber es war der Hauptgrund für den einwöchigen Aktivurlaub auf Teneriffa. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

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Die Anfahrt

Wir sind also früh aufgestanden und mit dem Auto rauf, an der Talstation der Teide-Seilbahn vorbei, bis zum Parkplatz Entrada Montaña Blanca auf rund 2180m gefahren, wo wir unseren Aufstieg gegen 8:30 begonnen haben. Allein die Autofahrt dahin war schon ein Erlebnis. Man fährt quasi auf Meeresniveau los, durch den Wolkengürtel, welche zu dieser Jahreszeit ständig die freie Sicht zum Gipfel von der Westküste Teneriffas verdeckt, hindurch und immer weiter hinauf, bis man auch die Baumgrenze hinter sich gelassen hat. Man durchquert weite Lavafelder die so unwegsam sind, das man sich nur wünscht nicht von der Straße abzukommen. Die Landschaft wird immer karger und bald schon sind zwischen den hell- und dunkelbraunen, weiten Flächen nur noch wenige, sperrige grüne Fleckchen auszumachen.

Der Aufstieg und meine Erfahrungen

Die ersten ~4,5km ging es noch entlang eines breiten Weges, welcher auch noch mit dem Geländewagen befahrbar wäre. Die Steigung ist recht gering, es ist wenig anstrengend und wir hatten so auch den ersten Abschnitt in ca. einer Stunde geschafft und befanden uns auf rund 2700m. Hier wiegt man sich leicht in Sicherheit, aber nun ging es erst richtig los…

Der Pfad schlängelte sich nun stetig, in kleinen und engen Serpentinen, durch das ansonsten unwegsame Lavagestein nach oben und gewinnt immer schneller an Höhe. Die Landschaft wechselt von rauen, zerklüfteten Lavaspitzen, über ebene Flächen, vorbei an mal kleinen und mal gigantischen Brocken. Ab rund 3000m habe ich angefangen die Höhe langsam zu merken und musste aufpassen nicht zu hastig zu laufen. Immer einen kleinen Schritt nach dem anderen, nicht zu große Stufen nehmen, nach einem anstrengenden Stück eine kurze Pause machen und schauen das der Puls schön unten bleibt und nicht in die Höhe schnellt. Es galt den eigenen Rhythmus zu finden und sich nicht hetzen zu lassen.

Bei rund 3260m haben wir das Refugio de Altavista erreicht und eine kurze Vesperpause eingelegt. Will man morgens den Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Teide sehen, muss man am Vortag genau hier zum Übernachten einchecken, um von hier in der morgendlichen Dunkelheit aufbrechen zu können.

Nun ging es mit nahezu permanentem Ausblick auf das Ziel, den Gipfel steil und schnurstracks bergauf bis auf 3550m, die Höhe der Aussichtsplatform und Gipfelstation der Seilbahn. Und genau hier, ab rund 3450/3500m, habe ich meine Grenze für den Tag offenbar erreicht. Ich war permanent außer Atem, konnte keinen richtigen Rhythmus mehr finden, musste nach kurzen Abschnitten immer wieder kleine Pausen einlegen und mich wirklich nach oben quälen.

Endlich angekommen wurden wir mit dem tollen Anblick von buntem Touristentreiben belohnt und teilten uns den fast ebenen 500m Restweg von Aussichtsplatform zur Bergstation, mit FlipFlop und Ballerina beschuhten Besuchern, die uns verwundert anschauten, warum wir denn so drecking, verschwitzt und overdressed sind.

Das letzte Stück von der Bergstation hoch zum Gipfel am Kraterrand darf man ausschließlich mit Genehmigung begehen, welche man im Vorfeld kostenfrei anfordern muss. Dies hatten wir getan und so ging es nach einer ausgiebigen Verschnaufpause die letzten aber nicht zu unterschätzenden 200m, vorbei an schwefelig stinkenden, gelb gefärbten Lavaformationen, welche unangenehm warme Luft ausstoßen, hoch auf den Pico del Teide. Mit seinen 3718m der höchste Berg Spaniens.

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Gipfelfoto: Thorsten Rüger

Nach dem obligatorischen Gipfelschnaps, der zusammen mit der Aussicht auf baldigen Abstieg, mein pochendes Kopfweh direkt deutlich lindern konnte und ein paar ausgiebig zelebrierten Gipfelfotos, ging es schnell wieder runter zur Gipfelstation. Ich wählte von hier den Weg mit der Seilbahn nach unten, während ein Teil der Truppe den rund 4 Stündigen Abstieg über den benachbarten Pico Sur anging.

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Die Rahmenbedingungen sind so sicher nicht häufig anzutreffen. Zwar gab es weder ein kräftezehrendes Schneefeld, noch einen Konzentration fordernden Gletscher aber dafür findet der komplette 5 stündige Aufstieg in der prallen Sonne, zwischen sich aufheizendem Lavagestein statt und geht ohne nennenswerte Ausnahme, permanent nur nach oben. Kein Tal, keine Verschnaufpause immer nur rauf, rauf, rauf.

Unsere Variante, quasi in 6-7 Stunden vom Meeresspiegel rauf auf den 3718m hohen Gipfel ohne jegliche Akklimatisierung, ist vielleicht auch nicht die vorbildlichste Version gewesen, um zu schauen, wie man mit der Höhe klar kommt. Vielleicht hat mir auch genau das so zu schaffen gemacht.

Welche Schlüsse ich nun aus der Erfahrung ziehe, ob das mein erster und letzter Berg dieser Höhe oder erst der Anfang war, das weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall hat mir das Erlebnis großen Respekt eingeflößt und ich kann mir nun zumindest ansatzweise vorstellen, was es heißt, auf 4000m Mountainbike zu fahren oder sogar einen 8000er zu besteigen.

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